"Stadthalle ist für Neviges unverzichtbar!"

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Bei der Frage, ob die Stadthalle Neviges erhalten bleiben soll oder nicht, gingen die Meinungen am Montag weit auseinander und es wurde heftig diskutiert. Das Sparkonzept der Stadt Velbert zur Konsolidierung des Haushalts sieht die Schließung der Stadthalle vor. Für die Vereine in Neviges steht allerdings fest: „Die Stadthalle Neviges ist unverzichtbar.“
Zum Diskussionsabend lud daher der Beirat der Interessengemeinschaft der Nevigeser Vereine ein, um für den Erhalt der Stadthalle zu „kämpfen“. Vereinsmitglieder und Fraktionsvorsitzende kamen in der Gaststätte „Zum Parkhaus Seidl“ zusammen, um über die Zukunft der Stadthalle zu beraten.
Bis 2012 wird das Tanz-Sport-Zentrum Velbert die Stadthalle nutzen. Was danach mit der Halle passiert, steht noch in den Sternen. 75.000 Euro Einsparung an Unterhaltungskosten würde laut Positionspapier die Schließung der Stadthalle jährlich bedeuten und über 1,5 Mio. Euro Einsparung, die an Sanierungskosten anfallen würden.
Von erheblichen baulichen Mängeln wie „hohen Energiekosten, Feuchtigkeit, Brandschutzmängeln, Mängeln in der Elektrotechnik oder in den Sanitärobjekten“ spricht Andres Wendenburg, Baudezernent der Stadt Velbert, der zugleich Betriebsleiter des Kultur- und Veranstaltungsbetriebs Velbert (KVBV) ist. Dies habe ein Gutachten einer Architektenfirma 2009 ergeben. Sein Resümee: „Es ist machbar, die Stadthalle zu sanieren, es müsste nur das Geld zur Verfügung gestellt werden“. Geld, das der Stadt fehle. „Eine Erhaltung der Stadthalle ist nicht tragbar.“ So sei ab 2013 ein Abriss oder eine Neuorientierung in der Nutzungsfrage der Halle vorgesehen. Mit Vorschlägen seitens der Stadt auf Versammlungsorte wie kirchliche Einrichtungen auszuweichen oder die Idee, ein Festzelt vor der Vorburg zu errichten, geben sich die Vereine nicht zufrieden.
„Die Landjugend, Chöre, der Schützenverein oder der Karnevalsverein tragen jedes Jahr Veranstaltungen in der Stadthalle aus, weil die Stadthalle Atmosphäre, weil sie Flair hat“, so Manfred Hagling, Sprecher der Interessengemeinschaft der Nevigeser Vereine. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da: „Wir können nicht singen, wenn wir mit den Köpfen direkt unter den Scheinwerfern stehen“, beklagt sich ein Chormitglied über alternative Räumlichkeiten in Velbert. Der Karnevalsverein ist ebenso auf großzügige Veranstaltungsräume angewiesen. „Die Mädchen machen Übungen. Die hängen doch unter der Decke, wenn sie ihre Hebungen machen.“ Und auch der Schützenverein sieht keine Alternative. „Wir veranstalten ein Schützenfest pro Jahr. Wenn die Miete sehr viel teurer ist als die der Stadthalle, dann sprengt das unseren finanziellen Rahmen.“ Als „kalten Stall“ beschrieb ein Vereinsmitglied das Forum Niederberg, das mit dem Charme und der zentralen Lage der Stadthalle für die Nevigeser Bürger nicht mithalten könne.
Vorschläge, wie die Sanierung der Stadthalle finanziert werden könnte, wurden angerissen. Ein ausgearbeitetes Konzept soll folgen, um die Verwaltung zu überzeugen. Von der Gründung eines Fördervereins, handwerklichen Eigenleistungen oder einem Benefizkonzert war die Rede. Die Idee, einen Investor zu finden, hält August-Friedrich Tonscheid, Vorsitzender von „Velbert anders“, für nicht umsetzbar. „Luftschlösser werden uns in diesem Fall nicht helfen. Wenn wir nicht 8,9 Millionen Euro einsparen, dann sind wir überschuldet.“
In einem Schlussappell richtete sich Hagling an die Fraktionsmitglieder und bat um Unterstützung. „‚Kultur darf nicht dem Rotstift zum Opfer fallen‘“, zitierte Hagling die NRW-Kulturministerin Ute Schäfer.
Gestern stellte Dezernent Wendenburg dem Verwaltungsvorstand bei der Hauptausschusssitzung die Sicht der Vereine vor. Er machte allerdings deutlich: „Ich warne vor zu starker Euphorie.“

Autor:

Jens Bangert aus Heiligenhaus

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