Der Geologische Dienst NRW bohrt aktuell wieder in Heiligenhaus
Gesteine werden erkundet

Aktuell schreitet die Kernbohrung in Heiligenhaus gut voran: Täglich geht es jeweils rund zehn Meter in die Tiefe, um Bohrkerne zu entnehmen, die anschließend untersucht werden.
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Für eine über 250 Meter tiefe Kernbohrung in Heiligenhaus begannen vergangene Woche die Bohrarbeiten. Die Geowissenschaftler des Geologischen Dienstes NRW erwarten von dieser tiefen Bohrung wichtige, noch fehlende Erkenntnisse zum Aufbau des Gesteinsuntergrundes in der Region."Wir werden das frische Probenmaterial in unserem Labor in Krefeld genau untersuchen", informiert Dr. Sascha Sandmann, Regionalbeauftrager, der sich vor Ort einen Eindruck von den Arbeiten verschaffte.

Diese Daten benötigen die Geowissenschaftler des Geologischen Dienstes NRW mit Sitz in Krefeld für eine neue digitale geologische Karte, die zurzeit für den Großraum Düsseldorf/Niederbergisches Land erarbeitet wird.
"Die Bohrungen hier vor Ort dauern wohl noch etwa drei Wochen an", so Dr. Sascha Sandmann, Regionalbeauftragter. "Danach werden die Bohrproben ins Labor transportiert und genau untersucht, was circa vier weitere Wochen in Anspruch nehmen wird."

Ob Grundwasserschutz, Erdwärmenutzung, allgemeine Planungsdaten zum Untergrund oder auch das Erkennen potenzieller Risiken, die vom Untergrund ausgehen können: In NRW geht nichts ohne die Geo-Daten des Geologischen Dienstes NRW. Er betreibt die geologische Landesaufnahme für ganz NRW und erhebt geowissenschaftliche Grundlagendaten. Die Bohrkerne liefern dabei durchgehende Gesteinsproben, an denen neben der Gesteinsabfolge auch zu sehen ist, wie die Schichten im Untergrund liegen und ob sie von Verwerfungen durchzogen werden.
"Die Bohrung in Heiligenhaus geht 250 Meter in die Tiefe", informiert Sandmann weiter. "In den ersten fünf Tagen wurden bereits die Proben der ersten 50 Meter entnommen." Der Durchmesser der Kerne würde immer kleiner werden, schließlich müsse man darauf achten, dass das Bohrloch stabil bleibt." Wir haben mit einem Durchmesser von circa 12 Zentimetern begonnen, bei den letzten Metern sind es dann nur noch 6,5 Zentimeter." So komme man an die notwendigen Referenzdaten, um die Verbreitung, die Mächtigkeit und den Aufbau von Schichtenfolgen zu erkennen und in geologischen Karten und Informationssystemen zu erfassen.

Gesteine aus der Unterkarbon- und Oberdevon-Zeit werden erkundet

Mit der Kernbohrung in Heiligenhaus werden gezielt die 320 bis mehr als 361 Millionen Jahre alten Gesteine aus der Unterkarbon- und Oberdevon-Zeit erkundet. Sie entstanden als Meeresablagerungen, sind in der Region sehr unterschiedlich und können aus verschiedensten Ton-, Schluff-, Sand-, hauptsächlich aber aus Kalk- oder Dolomitstein bestehen. Bisher sind sie nur wenig untersucht, sodass ihr kompletter Schichtenaufbau unklar ist und noch viele Fragen offen bleiben.
„Wir erhoffen uns neue Erkenntnisse, die wir auf die Gesteine unterhalb der Niederrheinischen Bucht übertragen können“, so Dr. Martin Salamon, der für die geologische Kartierung in diesem Raum zuständige Projektleiter im Geologischen Dienst.
Zum Ende des Bohrvorgangs erfolgt eine geophysikalische Vermessung des Bohrlochs. Damit werden Daten zu den Gesteinseigenschaften und den Grundwasserverhältnissen erfasst. Die genaue Bohrkernaufnahme, die Gesteinsbeschreibung und viele weitere Untersuchungen finden schließlich in den Probenbearbeitungsräumen und Laboratorien des Geologischen Dienstes in Krefeld statt.
"Dort bietet sich uns dann ein naturgetreues Abbild der durchbohrten Schichten mit allen Details und den Möglichkeiten zur Beprobung für weitere Untersuchungen", sagt Dr. Sascha Sandmann. So können Eigenschaften, wie zum Beispiel die Gesteinsarten, ihr genaues Alter, die Porosität, die Wärmeleitfähigkeit oder der Chemismus im Labor ermittelt werden. Auch paläontologische Untersuchungen wie zum Beispiel die Bestimmung und die Altersdatierung von Fossilien können vorgenommen werden.

Aktuelle Untergrunddaten für Planungen

Ziel der geologischen Landesaufnahme in der Region Düsseldorf/Niederbergisches Land ist es, aktuelle Untergrunddaten für Planungen zu bekommen. Alle Ergebnisse fließen in einem Geo-Informationssystem zusammen, aus dem ein 3D-Untergrundmodell entwickelt wird. Gerade in Hinblick auf zukunftsweisende Planungen sind geologische Informationen unverzichtbar, zum Beispiel für die Nutzung von klimaschonender und umweltfreundlicher Erdwärme, die ohne Kenntnisse des Untergrundes und der Gesteinseigenschaften nicht möglich wäre. Auch für den Schutz des kostbaren Grundwassers sind Geo-Daten erforderlich.

Geologischer Dienst NRW:
-Der Geologische Dienst NRW ist die geowissenschaftliche Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit mehr als 60 Jahren werden geowissenschaftliche Informationen im gesamten Bundesland erhoben, aufbereitet und für die Praxis nutzbar gemacht.
-Diese Basisinformationen dienen der Sicherung eines gesunden Lebensraumes. Sie sind die Grundlage für das umfassende Beratungsangebot zu den Themenfeldern Geologie, Boden, Gesteinsrohstoffe, Grundwasser, geophysikalische und geotechnische Untergrundeigenschaften, oberflächennahe und tiefe Geothermie sowie Endlagersuche für radioaktive Abfälle.
-Der Geologische Dienst NRW ermittelt Daten zur Risikovorsorge bei Gefahren, die vom Untergrund ausgehen, und betreibt das landesweite Erdbebenalarmsystem. Die Erkenntnisse werden der Politik und Verwaltung, der Wirtschaft, den Bürgern zur Verfügung gestellt – digital oder analog durch Geo-Informationssysteme, Karten, Daten und Schriften. Viele dieser Informationen sind über Onlinedienste und Datenportale frei zugänglich.

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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