"Badewanne" scheint vom Tisch zu sein
- Hallenbad: Politik kritisiert Minimallösung der Verwaltung - CDU und FDP stellen Kompromissvorschlag vor

Martin Gropengießer, Arne Hermann Stopsack und Wolfgang Römer präsentierten die Skizze ihres gemeinsamen Kompromissvorschlages zum Hallenbad-Neubau.
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  • Martin Gropengießer, Arne Hermann Stopsack und Wolfgang Römer präsentierten die Skizze ihres gemeinsamen Kompromissvorschlages zum Hallenbad-Neubau.
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Der Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Hallenbad-Neubau stieß am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss auf wenig bis keine Gegenliebe aus der Politik.

Von Christoph Schulte

Hemer. Dieser sah einen Neubau des Hallenbades gegenüber dem jetzigen Hademarebad auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände vor. Während die Standortfrage aufgrund der zentralen Lage - und den zukünftig deutlich geringeren Schüler-Transportkosten gegenüber dem Alternativstandort am Freibad - wohl "gesetzt" ist, kritisierten fast alle Fraktion heftig die vorgeschlagene Ausstattung des neuen Bades.
Die sah nach der Beschlussvorlage lediglich ein einziges Becken mit fünf Bahnen à 25 Metern und Hubboden vor. Bürgermeister Michael Heilmann warb zunächst noch für diese Minimallösung: "Die Verwaltung steht damit zu ihrem Wort, Schwimmen in Hemer auch zukünftig zu ermöglichen. Dabei müssen wir aber auch unsere finanziellen Rahmenbedingungen beachten. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist aber auch finanzierbar", so Heilmann. Alleine bei dieser Lösung würden die jährlichen Betriebskosten von aktuell 450.000 Euro auf 600.000 bis 800.000 Euro steigen. Im Falle einer "großen Lösung mit Lehrschwimmbecken - wie im Gutachten vorgeschlagen - und eventuell sogar einem Sprungturm könne der jährliche Zuschussbedarf sogar bis auf 1,2 Millionen Euro steigen", ergänzte Hemers neuer Kämmerer Sven Frohwein, der für diesen Fall Steuererhöhungen nicht ausschloss.
Von dieser "Drohung" unbeeindruckt zeigten sich in der anschließenden Diskussion jedoch fast alle Fraktionen. Zunächst plädierte Hans-Peter Klein für eine große Lösung. "Wir wollen ein kinder- und sportfreundliches Bad mit Lehrschwimmbecken und Sprungturm, das allen zugute kommt, Jung und Alt, Vereinen und Schulen." Auch Martin Gropengießer lehnte für die CDU den Bürgermeister-Vorschlag ab. "Zu billig kaufen bedeutet häufig zweimal kaufen. Zumindest ein Lehrschwimmbecken halten wir für unverzichtbar." Arne Hermann Stopsack (FDP) -"Die vorgeschlagene Minimallösung würden einen zu hohen Druck auf die Vereine bedeuten."- und Antje Bötcher von Larcher (GAH), die auf die sozial- und gesellschaftspolitische Verantwortung hinwies ("Kinder bewegen sich heute schon zu wenig."), kritisierten den Beschlussvorschlag ebenfalls scharf.
Lediglich Knut Kumpmann (UWG) zeigte Verständnis für den Verwaltungsvorschlag. "Es ist ein Kompromiss zwischen den Bedarfen und den haushalterischen Zwängen notwendig."
Damit dürfte jedoch zumindest die im Volksmund bereits als "Badewannen-Idee" titulierte Minimallösung der Verwaltung vom Tisch sein, auch wenn die Entscheidung über die Ausstattung des neuen Hallenbades jetzt erst am kommenden Dienstag in der Ratssitzung fallen wird.
Am Donnerstagnachmittag präsentierten dann die CDU und FDP einen gemeinsamen Kompromissvorschlag. Der beinhaltet nicht nur dass auch von der Verwaltung vorgeschlagene wettkampftaugliche 25 m-Schwimmerbecken mit fünf Bahnen (und einem Hubboden für den Lehrschwimmbereich), sondern zusätzlich eine "L-Erweiterung" mit weiteren 4 25 m-Bahnen sowie einer 1 m-Plattform.  "Je nach Fördermitteln behalten wir uns auch den Bau eines 3 m-Sprungturms in diesem Bereich noch vor", erläuterte CDU-Vorsitzender Martin Gropengießer. Im Gegensatz zur zu teuren "großen Lösung" der SPD erhöhte sich beim gemeinsamen CDU/FDP-Vorschlag der jährliche Zuschussbedarf lediglich um 100.000 Euro, so dass auf Steuererhöhungen voraussichtlich verzichtet werden könnte - für beide Fraktionen ein entscheidendes Argument.

Martin Gropengießer, Arne Hermann Stopsack und Wolfgang Römer präsentierten die Skizze ihres gemeinsamen Kompromissvorschlages zum Hallenbad-Neubau.
Aufmerksam verfolgten die Zuschauer die Hallenbad-Diskussion um den Hallenbad-Neubau. Foto: Schulte
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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