Das Aus für Hemeraner Teilstandort der Brabeckschule besiegelt?

Geht es nach dem Märkischen Kreis, sind die Tage der ehemaligen Pestalozzischule gezählt. Foto: Schulte
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Vorlage des Kreises setzt auf nur zwei Standorte in Iserlohn / Hemers FDP kritisiert Bürgermeister

Ist mit der jetzt veröffentlichten Vorlage des Märkischen Kreises für den Kreisschulausschuss am 26. September bereits eine Vorentscheidung in Sachen "Zukunft der Brabeckschule" und gegen den Fortbestand des Hemeraner Teilstandortes (die frühere Pestalozzischule) gefallen?

Von Christoph Schulte

Hemer. Fast scheint es so, denn die Kreisverwaltung spricht sich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen für eine Fortführung der Förderschule an nur zwei Standorten aus, die beide in Iserlohn angesiedelt bleiben sollen.
In der Beschlussvorlage liest man unter anderem:
1. Der Märkische Kreis übernimmt mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 die Schulträgerschaft der Brabeckschule.
2. Im Rahmen dieses Trägerwechsels führt er die Schule als gebundene Ganztagsschule am bisherigen Standort Iserlohn-Letmathe und am Teilstandort Iserlohn.
3. Der Teilstandort Hemer wird nicht fortgeführt. Die Schüler wechseln ab dem Schuljahr 2019/2020 an den Standort Iserlohn.
In der Begründung heißt es u.a., dass nach Besichtigungen der drei Schulstandorte in Hemer, Iserlohn und Iserlohn-Letmathe einvernehmlich festgehalten worden sei, dass die beiden Schulstandorte auf Iserlohner Stadtgebiet sowohl vom Gebäudezustand als auch von der Gebäudeausstattung her sehr positiv bewertet worden seien, während das Hemeraner Schulgebäude einen deutlichen Instandsetzungs- bzw. Sanierungsbedarf erkennen lasse und darüber hinaus für die Anzahl der dort beschulten Schüler zu klein sei. Insbesondere der Raum für die Mensa biete so wenig Platz, dass dort in vier „Schichten“ gegessen werden müsse. Es fehlten zudem Fachräume, ein Versammlungsraum bzw. eine Aula und der Werkraum sei beengt und sehr schlecht ausgestattet. Auch die Betreuungsräume seien zu eng bemessen.
Der festgestellte und kalkulierte bauliche Sanierungs- und Erweiterungsbedarf am Schulstandort beliefe sich auf rund 4 Mio. Euro.
Vorteile der von der Hemeraner Verwaltung und Politik befürworteten "3-Standorte-Variante" sind nach Ansicht des Kreis eine wohnortnahe Beschulung eines großen Teils der Schüler. Diese bringt insgesamt die kürzesten Schulwege und die geringsten Schülerfahrtkosten mit sich. Zudem müsste das vorhandene Schulgebäude in Hemer nicht vergrößert werden, so dass es bei einem Umbau im Bestand mit einem Investitionsbedarf von rund 1,7 Millionen Euro bleiben könnte.
Dem stehen jedoch gravierende Nachteile gegenüber: Es entstehen insgesamt höhere laufende Kosten, da jeder Schulstandort Fixkosten mit sich bringt (Miete, Bewirtschaftung, zusätzliche Personalkosten sowie Mehrkosten für die Ausstattung zusätzlicher Fachräume, Ganztagsräume und eine zusätzliche Mensa). Durch die geringeren Schülerfahrtkosten werden diese Mehrkosten nicht annähernd kompensiert.
Darüber hinaus sind am Standort Hemer umfangreiche Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten erforderlich. Zwar fallen diese in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Hemer als potenziellem Vermieter, werden jedoch zu einem großen Teil über die Miete auf den Märkischen Kreis umgelegt. Der Märkische Kreis selber würde jedoch ebenfalls in den Standort Hemer investieren müssen, insbesondere in den Bereichen Schulausstattung und IT-Verkabelung.
Neben den finanziellen Nachteilen brächte die Beibehaltung der aktuellen drei Schulstandorte zudem organisatorische und administrative Nachteile mit sich.

In einer ersten Stellungnahme kritisiert die Hemeraner FDP in Person ihres Fraktionsvorsitzenden Arne Hermann Stopsack sowohl die Vorschläge der Kreisverwaltung als auch Hemers Bürgermeister Michael Heilmann: „Der Verwaltungsvorschlag des Märkischen Kreises war so vorherzusehen, nachdem unser Bürgermeister ohne Not und ohne politisches Mandat dem Landrat signalisiert hat, dass er kein Interesse an dieser Schule in Hemer habe. Die Bemühungen und Beschlüsse der Politik kamen letztlich zu spät. Die FDP in Hemer setzt sich weiterhin für den Standort ein. Natürlich sprechen wirtschaftliche Gründe für Standorte in Iserlohn. Doch handelt es sich hier auch um eine pädagogische Entscheidung. (...) Letztlich aber ist es eine politische Entscheidung der Kreistagsgremien. Anfang August hat die SPD ja kundgetan, dass Kreistags- und Ratsfraktion hier für drei Standorte stimmen werden. Es ist aus Hemeraner Sicht zu hoffen, dass sich auch die anderen Kreistagsfraktionen dem anschließen. Dann könnte die Schließung in Hemer noch verhindert werden.“ 

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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