Das "L-Format" kommt
FDP/CDU-Vorschlag zum Hallenbad-Neubau erhält Ratsmehrheit / GAH-Unterstützung

Groß war das Zuschauerinteresse bei der Grundsatzentscheidung zum Hallenbad. Foto: Schulte
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Am Ende fand der CDU/FDP-Kompromissvorschlag zum Hallenbad-Neubau eine deutliche 21:14-Mehrheit im Rat - auch durch die durchaus überraschende Unterstützung der GAH-Fraktion.

Von Christoph Schulte

Hemer. Damit sind die Alternativvorschläge der UWG (Sanierung des bestehenden Hademarebades) und der SPD ("große" Lösung mit Sprungturm, Lehrschwimmbecken und Kleinkinder-Wassergewöhnungsbecken) ebenso endgültig vom Tisch wie die von der Verwaltung präferierte Minimallösung mit lediglich einem Schwimmerbecken mit Hubboden.
Vor der Abstimmung hatte nochmals ein, wie Arne Hermann Stopsack (FDP) feststellte, zwar äußerst engagiert geführter, aber gleichzeitig respektvoller Austausch der Argumente stattgefunden.
Den hatte Bürgermeister Michael Heilmann eröffnet. Hemers Erster Bürger blickte nochmals auf 20 zurückliegende Jahre mit drei Haushaltssicherungskonzepten zurück und einem nach wie vor vorhandenen strukturellen Defizit von zwei Millionen Euro hin. Gleichzeitig wies Heilmann auf rund 1.400 Bäderschließungen in den vergangenen Jahren hin und befand, "dass man sich als Stadt Hemer selbst für die von ihm vorgeschlagene Minimallösung dehnen und strecken müsse, um die Unterhaltung auch langfristig zu sichern."
Diese Argumente stießen aber in allen politischen Fraktionen auf keinerlei Gegenliebe. Unisono wurde der Verwaltungsvorschlag als nicht ausreichend kritisiert. Anschließend warb zunächst nochmals Martin Gropengießer für den gemeinsamen Kompromissvorschlag von CDU und FDP. "Der Nutzen der Minimallösung der Verwaltung steht in keinem Verhältnis zu den Kosten und der inhaltlich sicherlich gute SPD-Vorschlag birgt sicherlich erhebliche Risiken einer zur Deckung der Kosten erforderlichen Steuererhöhung", so der CDU-Vorsitzende, "deshalb haben die FDP und wir gemeinsam einen Kompromissvorschlag entwickelt, der finanziell auf soliden Füßen steht, aber den Vereinen deutlich mehr Möglichkeiten bietet als die Minimallösung." Und das sei eben eine L-förmige Wasserfläche mit fünf Bahnen à 25 m als Wettkampfbereich, einem integrierten Lehrschwimmbereich inklusive Hubboden und - je nach Förderung - einem optionalen Sprungbereich.
Trotz aller Vorbehalte aus anderen politischen Richtungen wollte SPD-Fraktionschef Hans-Peter Klein dennoch den "großen Sprung wagen". "Wir wollen mit unserer Lösung auch junge Familien erreichen, während sich der CDU-Vorschlag zu sehr an den Grundbedarfen orientiert", so Klein, der die aktuelle politische Mutlosigkeit monierte. "Mit so einer Einstellung hätten wir niemals die Landesgartenschau bekommen."
Für Knut Kumpmann (UWG) bewegte sich die Diskussion viel zu einseitig in Richtung Neubau. "Auch das Gutachten sagt doch aus: 'Dieses Bad (Anm. d. Red.: das bestehende Hademarebad) ist sanierbar. Und es gibt genügend Beispiele aus den Nachbarstädten, dass Bäder in vergleichbarem Alter noch mit Erfolg saniert wurden."
Für eine Überraschung sorgte anschließend Antje Bötcher von Larcher (GAH), die sich grundsätzlich mit dem CDU/FDP-Kompromissvorschlag anfreunden konnte. "Allerdings müssen aus unserer Sicht bei den Planungen alle Voraussetzungen für einen eventuell hinzukommenden Sprungturm erfüllt sein, also auch die benötigte größere Wassertiefe."
Für Arne Hermann Stopsack warb nochmals dafür, bei der Entscheidung zu beachten, dass eine gesunde Balance bei den anstehenden Investitionen der nächsten Jahre - Schwimmbad, Straßensanierungen, Schule, Feuerwehr und Regionale - gewahrt bleiben müsse.
Nachdem abschließend noch Niclas Münzer (DieLINKE) seine Sympathie für die SPD-Lösung als familienfreundliches und zukunftsweisendes Konzept ausgedrückt hatte, folgte die Abstimmung mit dem Ergebnis: Das L-Format wird's!

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