Girls' Day noch immer notwendig: Wo sind die roten Zoras?

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19 Mädchen haben am Girls‘ Day bei Kirchhoff Automotive in Iserlohn und Attendorn teilgenommen und sich einen Einblick in die Berufe Industriemechaniker und Werkzeugmechaniker verschafft.

Das Arbeiten mit dem Bohrer war für die meisten Mädchen eine neue Erfahrung. „Angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge, die bald ins Erwerbsleben einsteigen, müssen wir die für uns so wichtigen Metallberufe auch für Mädchen attraktiv machen“, sagt Kuno Jakob, Human Ressources Manager in Iserlohn.
Mit großem Interesse untersuchten die Achtklässlerinnen, was sich unter der Motorhaube befindet. Das Beobachten und Zupacken in der Werkstatt bei Gebrüder Nolte Volkswagen hat ihnen am meisten Spaß gemacht. (Redaktion)

Kommentar:
Geht es nur mir so oder verdreht noch jemand bei dem Begriff „Girls‘ Day“ die Augen? Grund für meine Reaktion ist natürlich nicht das Engagement der Unternehmen an sich, die Schülerinnen zu diesem Schnuppertag einladen, damit diese in den Betrieben an Maschinen etc. einmal selbst Hand anlegen können. Das ist vorbildlich! Mich nervt eher die Tatsache, dass Mädchen und junge Frauen scheinbar immer noch nicht das Karrierepotenzial der Berufe unter anderem in der Metall- und Elektroindustrie sowie in technischen Bereichen erkannt haben. Wofür Frauen einmal gekämpft haben, für unsere Entscheidungsfreiheit und Gleichberechtigung, wird durch den „Girls‘ Day“ - so mein Empfinden - wieder zunichte gemacht. Männer verkaufen Schuhe, arbeiten in Kindergärten, Frauen schrauben an Autos und programmieren Apps - ich war der Ansicht, dass auch diese Beispiele inzwischen Normalität geworden seien. Aber „Pustekuchen“. Was ist los mit euch Frauen? Es kann mir niemand weismachen, dass jedes Mädchen, bis es 16 Jahre alt ist, seine Barbie kämmt, während es ein pinkfarbenes Prinzessinnenkleid trägt. Wo sind die roten Zoras und die Pippi Langstrumpfs geblieben? Warum treibt es euch fast ausschließlich in Studiengänge wie BWL und Germanistik? Die Wirtschaft braucht jeden: Mann und Frau! Einfach mal über den Tellerrand gucken, sich mehr zutrauen und sich informieren. Es ist eure Zukunft, ran an die Maschinen und Rechner!

Autor:

Karola Schröter aus Hemer

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