Kostspieliger Neubau
Neuer Kabinentrakt am Ernst-Loewen-Sportplatz sorgt auch weiter für Gesprächsstoff

Hemers technischer Beigeordneter Christian Schweitzer (li.) übergab in Anwesenheit von Vertretern der Hemeraner Parteien das neue Umkleidegebäude offiziell an die Vereine Vatanspor Hemer und SV Deilinghofen-Sundwig.
4Bilder
  • Hemers technischer Beigeordneter Christian Schweitzer (li.) übergab in Anwesenheit von Vertretern der Hemeraner Parteien das neue Umkleidegebäude offiziell an die Vereine Vatanspor Hemer und SV Deilinghofen-Sundwig.
  • hochgeladen von Christoph Schulte

Nach knapp einjähriger Bauzeit wurde Anfang Juni nun der neue Gebäudetrakt am Ernst-Loewen-Sportplatz den dort beheimateten Vereinen SV Deilinghofen/Sundwig und Vatanspor Hemer offiziell übergeben. Mit dem Ergebnis sind allerdings nicht alle vollends zufrieden.

Von André Günther

Keine Frage – schaut man sich das alte Gebäude mit den maroden Umkleiden und Duschen an, dann war längst eine Modernisierung fällig. Durch den Neubau haben sich die Rahmenbedingungen der beiden Klubs deutlich verbessert. „Ich glaube, dass dadurch auch mehr Kinder wieder Lust bekommen, hier Fußball zu spielen und das ist durchaus positiv für beide Vereine“, so der technische Beigeordnete der Stadt Hemer, Christian Schweitzer, am Montag bei der offiziellen Übergabe.
In dem neuen, 200 Quadratmeter großen Umkleidekomplex befinden sich vier Kabinen, zwei Duschräume und zwei Toilettenanlagen für die Mannschaften, eine Schiedsrichterkabine, die komplette Gebäudetechnik und Toiletten für weibliche, männliche und gehandicapte Zuschauer. Alle Räume sind sehr hell und schlicht gehalten.
Allerdings lief bei dem Bau nicht alles rund. „Es gab nicht nur positive Schlagzeilen, aber ich hoffe, dass alle hier nun viel Freude haben werden. Wir sind froh, dass es jetzt offiziell übergeben werden konnte“, so Schweitzer. Einige Gewerke mussten zunächst neu ausgeschrieben werden, was den Zeitplan "ins Wanken brachte". Auch die Baukosten von stolzen 700.000 Euro sind für einige Vereinsmitglieder nicht nachvollziehbar, zumal Ehrenamtliche aus den Vereinen sogar noch in Eigenleistung die Malerarbeiten im Innenbereich übernommen haben. Somit ist ein Teil der Aktiven der Meinung: „Das Ganze hätte man auch wesentlich günstiger haben können.“
Seit April können die beiden Vereine bereits die Kabinen nutzen und dabei sind bereits einige Schönheitsfehler zum Vorschein gekommen, die hauptsächlich den Duschraum betreffen. Um dort eines der drei Fenster öffnen zu können, müsse man mindestens 1,90 Meter groß sein und auf Zehenspitzen stehen, so dass ein vernünftiges Lüften kaum möglich sei, heißt es. „Dies war in den Planungen explizit so gewollt, weil man Angst vor Vandalismus hatte. Dennoch wird in Kürze dort mit einem Lüftungssystem nachgebessert“, erklärt Christian Schweitzer.
Aber auch weitere Kleinigkeiten waren im Budget von 700.000 Euro offenbar nicht enthalten. So gibt es weder Ablagen für Dusch-Utensilien noch Haken oder ein Regal für Handtücher. Auch bei den Thermostaten wurde scheinbar gespart, so dass eine vielerorts übliche, individuelle Temperaturregelung der Duschen nicht möglich ist. Und auch für Papierkörbe in den Kabinen war offensichtlich kein Geld mehr übrig. Diese sollen nun von den Vereinen angeschafft werden.
Hinter dem neuen Umkleidegebäude entsteht in Kürze noch ein neuer Parkplatz mit rund 30 Stellplätzen, um die Parksituation entlang des Apricker Weges an Wochenenden zu entschärfen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen