"Barrieren im Kopf überwinden!"
Stadt Hemer auf der Suche nach weiterem privaten Wohnraum für Geflüchtete

Vermieter Ronald Schmalz hat nur positive Erfahrungen mit der Vermietung seiner Wohnung an die Stadt Hemer und damit wichtigen Hilfe zur Integration von Geflüchteten wie Vicki C. mit ihren drei Kindern gemacht -  sehr zur Freude der städtischen Sozialarbeiterin Sandra Knecht (li.). Foto: Schulte
  • Vermieter Ronald Schmalz hat nur positive Erfahrungen mit der Vermietung seiner Wohnung an die Stadt Hemer und damit wichtigen Hilfe zur Integration von Geflüchteten wie Vicki C. mit ihren drei Kindern gemacht - sehr zur Freude der städtischen Sozialarbeiterin Sandra Knecht (li.). Foto: Schulte
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 "In den Köpfen von vielen Wohnungsbesitzern gibt es immer noch Vorurteile, ihre Wohnungen an Geflüchtete zu vermieten", vermutet Hemers Bürgermeister Michael Heilmann, der zusammen mit seinem Fachdienst Asyl und Integration dringend zusätzlichen Wohnraum sucht.

Von Christoph Schulte

"Bietet uns doch einfach mal was an"

Es gelte jetzt, diese Barrieren in den Köpfen zu überwinden. "Bietet uns doch einfach mal etwas an", so Michael Heilmann. "Uns", das ist nämlich die Stadt Hemer, und genau die fungiert als Mieter. "Und ich kenne wohl keinen seriöseren Mieter als die öffentliche Hand", macht Hemers Bürgermeister auf ein ganz wichtiges Argument aufmerksam. "Bei uns als verlässlichem Partner wird die Miete pünktlich bezahlt, und wenn die Wohnung dann mal einige Zeit leerstehen sollte, fließt trotzdem das Geld."

Seriöseren Mieter als die Stadt gibt es nicht

Außerdem stehe bei der Stadt bei Bedarf ein Hausmeister z. B. für Installationsarbeiten zur Verfügung und die geflüchteten Menschen werden durch städtische Sozialarbeiterinnen betreut. Dazu gehören regelmäßige Wohnungsbesuche genauso wie die Vermittlung bei eventuell anfänglichen Problemen mit Mitbewohnern oder der Nachbarschaft. "Auch werden die geflüchteten Familien und Alleinreisenden von uns zuvor in der KEA auf das Leben in Deutschland vorbereitet", berichtet Sandra Knecht, eine der drei zuständigen Sozialarbeiterinnen der Stadt, "dazu gehören Schulungen in der richtigen Mülltrennung ebenso wie die Aufklärung über Sitten und Gebräuche."
Ein privater Vermieter, der sich von den städtischen Argumenten überzeugen hat lassen, ist Ronald Schmalz. In der Mietwohnung des Deilinghofers ist seit rund zwei Monaten die aus Nigeria geflüchtete Vicki C. mit ihren drei kleinen Kindern eingezogen. "Natürlich hat es bei den anderen Bewohnern des Acht-Parteien-Hauses zunächst Vorbehalte gegeben, als sie erfuhren, dass bei mir Flüchtlinge einziehen, aber das hat sich inzwischen gegeben."

"Nur so kann dauerhafte Integration gelingen"

Inzwischen hätten sich bereits erste Freundschaften in der Hausgemeinschaft angebahnt, zwei von Vickis Kindern besuchen nach den Ferien den Ev. Stephanus-Kindergarten, der älteste Sohn die Deilinghofer Grundschule. "Nur durch das direkte Miteinander von Einheimischen und Geflüchteten kann doch eine dauerhafte Integration gelingen", ist Ronald Schmalz überzeugt, "und für mich gibt es nichts Sinnvolleres, als einer solchen Familie zu helfen."
Damit liegt der Deilinghofer ganz auf der Linie von Bürgermeister Michael Heilmann. "Eine Integration von geflüchteten Menschen kann aus unserer Sicht nur mit einer dezentralen Unterbringung gelingen und dafür brauchen wir eben vor allem private Wohnungen", so Michael Heilmann.

Wohnungssuche für Geflüchtete ein Arbeitsschwerpunkt

Auch für Fachdienstleiter Thomas Sprenger, der in diesen Tagen mit seinen Mitarbeitern von der Kommunalen Erstaufnahmeeinrichtung (KEA) am Apricker Weg in sein neues Büro im Alten Amtshaus umgezogen ist, gehört die Wohnungssuche für Geflüchtete zu den Arbeitsschwerpunkten. "Momentan haben wir 43 private Wohnungen angemietet, von denen lediglich drei noch nicht belegt sind." Von aktuell in Hemer gemeldeten 312 Geflüchteten leben nach seiner Auskunft 70 Personen zurzeit noch in der KEA, 116 in von der Stadt angemieteten Wohnungen und 2 in der Notunterkunft am Lusebrink, während die restlichen 124 bereits in Privatinitiative Wohnraum gefunden hätten.
"Vor dem Hintergrund, dass wir noch mindestens 250 anerkannte Flüchtlinge zugewiesen bekommen, suchen wir verständlicherweise weitere Vermieter, die uns Wohnraum für Familien, Alleinreisende oder Wohngemeinschaften zur Verfügung stellen können und wollen."

Kontakt:

Interessierte Vermieter können sich beim zuständigen Mitarbeiter Hermann Josef Freiburg unter Tel.: 02372/551-272 oder per Mail (h.j.freiburg@hemer.de) für weitere Informationen melden.

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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