Essener Unternehmen muss künftig unlautere Mittel zur Abwerbung der Stadtwerke-Kunden unterlassen
Stadtwerke Hemer gewinnen Rechtsstreit gegen innogy

Immer wieder warnen die Stadtwerke Hemer vor Haustürgeschäften bei denen Kunden in teils fragwürdig geführten Verkaufsgesprächen von einem Wechsel des Strom- oder Gaslieferanten überzeugt werden sollen.

So geschehen auch im März vergangenen Jahres bei einem Verbraucher aus Ihmert. Hier hat sich ein vom Essener Energiekonzern innogy beauftragter Außendienstler als Mitarbeiter der Stadtwerke Hemer ausgegeben. „Das Vertrauen der Hemeraner in ihr Stadtwerk wurde gezielt ausgenutzt, um Kunden zu täuschen und so einen ungewollten Vertragswechsel zu erwirken“, ärgert sich Marketing- und Vertriebsleiter Josef Guthoff über das unlautere Geschäftsgebaren des Mitbewerbers.

Beim Kundenservice melden

Richtig gehandelt hat dagegen der Ihmerter Stromverbraucher. Er meldete sich, wie viele weitere irritierte Kunden, direkt beim Kundenservice der Stadtwerke. „Aufgrund der Vielzahl der getäuschten Anrufer, haben wir uns schnell entschlossen, uns für die Rechte unserer Kunden einzusetzen und uns gerichtlich gegen innogy zur Wehr zu setzten“, erklärt Stadtwerke Geschäftsführerin Monika Otten das entschlossene Handeln des lokalen Energieversorgers.

Sechsstelliges Ordnungsgeld droht

Dabei schreckten die Stadtwerke auch nicht vor der Größe innogys mit europaweit mehr als 40.000 Mitarbeitern zurück. Vertreten durch Rechtsanwalt Markus Kisler von der Rechtsanwaltskanzlei Krepcke und Partner, haben die Stadtwerke die innogy SE erfolgreich wegen irreführender Werbung verklagt. Das entsprechende Urteil wurde am 28. November 2018 vom Landgericht Hagen gesprochen. Danach ist es innogy untersagt, sich gegenüber Kunden der Stadtwerke als Mitarbeiter oder Beauftragte der Stadtwerke Hemer auszugeben. Bei Zuwiderhandlung droht innogy die Zahlung eines sechsstelligen Ordnungsgeldes. Am 06.03.2019 bestätigte das Landgericht Hagen, dass innogy keine Berufung gegen das Urteil eingelegt hat und die Verurteilung somit rechtskräftig ist.
„Unseren Kunden danken wir für ihr Vertrauen in uns. Wir setzen uns für faire und transparente Beratung ein. Das Gerichtsurteil stärkt unsere Position als lokaler Ansprechpartner im Sinne unserer Kunden“, weiß Monika Otten um die Signalwirkung des Urteils des Landgerichts.

Unlautere Geschäftsmethoden

In einem immer stärker umkämpften Strom- und Gasmarkt häufen sich systematisch eingesetzte unlautere Geschäftsmethoden in verschiedensten Ausprägungen. Neben dubiosen Haustürgeschäften und unzulässiger Telefonakquise war zuletzt die Insolvenz der Bayerischen Energieversorgungsgesellschaft (BEV) Thema in den Medien. Die BEV lockte Kunden zunächst mit Bonus-Zahlungen und sehr günstigen Tarifen. Nach drastischer Preiserhöhung der BEV trotz Preisgarantien folgte letztendlich die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens. Zahlreiche Kunden fürchten nun um bereits geleistete Vorauszahlungen. „Unser Team steht allen Hemeranern gerne in allen Fragen rund um die individuelle Energieversorgung beratend zur Seite“, bietet Otten die Unterstützung der Stadtwerke an.

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