"Iserlohn braucht ein vernünftiges Veranstaltungszentrum!"

Karl-Heinz Hunke, Dr. Martina Hahn-Hübner, Klaus Krewett und Rolf Ewert von der Bürgerinitiative vor der maroden, dem Abriss geweihten Parkhalle.
  • Karl-Heinz Hunke, Dr. Martina Hahn-Hübner, Klaus Krewett und Rolf Ewert von der Bürgerinitiative vor der maroden, dem Abriss geweihten Parkhalle.
  • Foto: Kirsten Greitzke
  • hochgeladen von Christoph Schulte

Vor der Sondersitzung des Iserlohner Stadtrates am Dienstag, 23. Januar, zum Thema Parkhalle bzw. zu einem zukünftigen Veranstaltungszentrum nimmt die Bürgerinitiative "Rettet die Parkhalle" im folgenden nochmals Stellung zum Thema:

"Über Jahre gab es von vielen Seiten Gedanken und Ideen zu einer neuen Parkhalle .Es wurde geplant, verworfen, wieder geplant und wieder verworfen. In dieser Zeit war die alte Halle immer noch ein Bestandteil auf der Alexanderhöhe. Sie stand zur Nutzung, wenn in den letzten Jahren auch eingeschränkt aber war verfügbar.
Die plötzliche Sperrung und der folgende Abriss erzeugt nun aber eine völlig andere Situation. Denn jetzt besteht die einmalige Chance, alles auf 0 zusetzen und zu sehen: Was brauchen wir? Es kann ergebnisoffen nachgedacht und geplant werden.
Iserlohn ist eine Stadt mit knapp 100000 Einwohnern und das so genannte Oberzentrum für viele umliegende Städte und Gemeinden. Es gibt in unserer Stadt neben den vielen verschiedenen Naherholungsgebieten eine belebte Innenstadt mit wenig Leerständen, 3 Hochschulen, bald eine der fortschrittlichsten Gesamtschulen Deutschlands, viele verschiedene Sportvereinen mit Erst- und Zweitliga-Mannschaften, ein hochwertiges Kulturangebot im Theater und an anderen Orten, viele Museen, europa- oder weltweit agierende große Industrieunternehmen, um nur einige Highlights zu nennen.
Aber etwas fehlt Iserlohn, um seine Leuchtkraft weiterhin über die Stadtgrenzen hinaus erstrahlen zu lassen: EIN VERNÜNFTIGES VERANSTALTUNGZENTRUM!
Eine Stadt unserer Größe und Güte kann wohl kaum damit punkten, wenn Veranstaltungen über 400 oder 500 Personen in Nachbarstädte ausweichen müssen, ja teilweise bis nach Dortmund. Selbst Orte wie Meinerzhagen mit grade mal 20.000 Einwohnern verfügen über eine Stadthalle, in der 550 Personen in Parkettbestuhlung oder bis zu 670 Personen bei Reihenbestuhlung Platz finden. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.
Zunächst sollte aber über den Standort einer neuen Halle nachgedacht werden. Schon seit dem 19. Jahrhundert ist die Alexanderhöhe DAS Veranstaltungszentrum in Iserlohn. Dies ist historisch so gewachsen und hat sich grundsätzlich bewährt. Ein anderer Standort ist in Iserlohn nicht sinnvoll und wird auf wenig Akzeptanz stoßen. Eine neue Halle gehört auf die Alexanderhöhe!

Was braucht Iserlohn?

Nun stellt sich die Frage: Was braucht Iserlohn?
Schauen wir doch zunächst mal zurück, was es in der Parkhalle bis zur Reduzierung der Veranstaltungen auf Grund von Anwohnerbeschwerden alles schon gab:
Les Humphries Singers, Kurt Edelhagen & Big Band, Tony Marshall, Riesen Hüttengaudi des Skiclubs, Howard Carpendale, Substitutes, Middle of the Road, Märkischer Presseball mit Kai Warner, Olivia Molina, Chris Roberts, Joy Flemming
Veranstaltungen mit James Last, Pau Kuhn, Peter Maffay, Bab, Herbert Grönemeyer, Heino, Otto, The Tremeloes, Marianne Rosenberg, Udo Jürgens, Howard Carpendale, Udo Lindenberg, Willi Brandt, Kurt Biedenkopf, Andrea Berg
Reihenveranstaltungen wie Baumessen, Reptilien-Ausstellungen, Weiberfastnacht, Als Papa noch ein Beatle war, Obstfeten, Abiturbälle, Firmenjubiläen, Privatfeiern
Und was brauchen wir in der Zukunft?
Iserlohn benötigt eine Veranstaltungshalle, die in Reihenbestuhlung zwischen 1300 und 1500 Personen und in Parkettbestuhlung bis ca. 850 fasst. Das entspricht in etwa der jetzigen Parkhalle. Gleichzeitig sollte die Halle aber variabel genug sein, um auch kleineren Veranstaltungen von 300 oder 400 Personen Platz zu bieten.

Was soll dort stattfinden?

Und nun zur Frage, was soll dort stattfinden?
Wir haben uns mit vielen potentiellen Nutzern einer solchen Halle auch aus unterschiedlichen Bereichen unterhalten und haben uns auch bei anderen Hallen ähnlicher Größe umgeschaut. Die folgende Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur eine Idee geben, welches Potential ein solches Veranstaltungszentrum enthält. Denn man darf nicht vergessen, dass eine solche Einrichtung nicht nur für sich selbst steht, sondern durch die gebotenen Inhalte eine Form von Wirtschaftsförderung darstellt. Viele Besucher von Außerhalb tun unserer Innenstadt, unserem Fremdenverkehr und unserer Wirtschaft und damit uns Iserlohnern gut!
Die folgende Aufstellung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll nur eine Idee geben, welches Potential ein solches Veranstaltungszentrum enthält.
Unterhaltung:
Musikveranstaltungen aus allen Bereichen der U-Musik mit einer extrem breit gefächerten Klientel
Comedyveranstaltungen, Vereinsfeste in verschiedensten Formen
Abibälle, Stufenpartys
Afterwork Partys, Kulinarische Feste
Familienfeste, Zeitungsfeste
Jubiläen und Galaveranstaltungen
Betriebsfeste,Private größere Feiern
Messen: Baumessen, Modemessen, Themenmessen
Fachmessen in Zusammenarbeit mit Iserlohner Industrie
Konferenz und Tagung:
Konferenzen zu nahezu allen Themenbereichen aus Gewerbe und Industrie
Fachtagungen, Produktpräsentationen, Politische Veranstaltungen
Jahreshauptversammlungen und Betriebsversammlungen umliegender Industrie auch aus anderen Gemeinden etc.
Wie man sieht, ist der Bedarf in Iserlohn für eine große variable Halle definitiv vorhanden, denn die gern aufgeführten Alternativen in Iserlohn sind entweder zu klein oder ausgebucht, oder in den umliegenden Städten nur bessere Sporthallen oder dann doch zu groß.
Es erscheint realistisch, diese Halle innerhalb der ersten 3 Jahre zu einer guten Auslastung von ca. 100 Veranstaltungen zu führen. Dies setzt selbstverständlich ein professionelles Marketing voraus.

Ist das wirtschaftlich?

Nun zu der Frage, ist dies wirtschaftlich?
Dazu heißt die Antwort ohne Frage nein. Aber es ist etwas, was ein Oberzentrum wie Iserlohn seinen Bürgern und den Bürgern der umliegenden Orte bieten muss! Das Theater, unsere Büchereien, unsere Naherholungsgebiete, unsere Museen, unsere Wälder und Seen, unsere Schulen und Hochschulen, all dies ist nicht wirtschaftlich, aber genau das ist es, was Iserlohn auszeichnet und auch ein mit einem Alleinstellungsmerkmal ausstattet. Deshalb kann die Frage zum Neubau einer GROSSEN Parkhalle nur mit
ja beantwortet werden.

Die Bürgerinitiative hatte im August 2015 bei der Podiumsdiskussion schon konkrete Vorschläge unterbreitet. Nicht nur über das Aussehen und den Standort der neuen Parkhalle. Auch Kostenpläne wurden erstellt. Diese sehr detaillierten Ausarbeitungen u.a. von Ingenieur Karl-Heinz Hunke , der aufgrund früherer Maßnahmen Erfahrungen in Sachen Parkhalle hat, sollten damals mit den Worten, des Bürgermeisters Dr. Peter Paul Ahrens in die Überlegungen und weitere Planung einbezogen werden .
Die Ausarbeitung der neuen Halle wurde wie folgt erarbeitet. 25 x mal 65 Meter groß und „quer“, d.h. in Längsrichtung, gestellt an den bisher vorhandenen Platz. Durch eine Unterkellerung gebe es Freiraum für Gastronomie und Kegelbahn. Das Verkehrsproblem könnte durch eine Zufahrt über die Alexanderstraße unterhalb des Parktheaters und eine Zuwegung zwischen dem Parktheater und Ackenbrock entschärft werden. Außerdem wurde in dem damaligen Konzept u.a. eine Lärmschutzverstärkung im Bereich Ackenbrock und Südstraße vorgesehen. Ein weiterer entscheidender Faktor sind die finanziellen Mittel. Laut Verwaltung soll ein Neubau mit Tiefgarage unterhalb des Theaters um die 30 Mio. Euro kosten. Bäume müssen gefällt werden und der Tiefbau würde aufgrund des felsigen Bodens ( Probebohrungen wurden gemacht) viel Geld verschlingen. Anders das Konzept der Bürgerinitiative. Die Berechnung ,unter Berücksichtigungen aller Faktoren, ergab eine Summe die knapp die Hälfte der Kosten aufweist. Es ist die Frage nach der Lobby? Geht es eher um den Neubau einer Tiefgarage zum Wohle der Theaterbesucher mit Zugabe einer kleinen Parkhalle? Oder möchte Iserlohn eine zukunftsorientierten Standort mit großer Halle und dem daraus resultierenden kosten einsparenden alten Standort, nur quer versetzt. Ein Vorschlag, den die Politiker und die Verwaltung ernst nehmen sollten, denn er kommt von Bürgern, die ihr Metier verstehen."  

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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