Trinkwasser in Landhausen: Mindestens noch eine Woche Abkochen!

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Als zwanzig Minuten vor dem geplanten Beginn der Stadtwerke-Bürgerversammlung Stadtwerke-Pressesprecher Ewald Prünte die Bürger im bereits rappelvollen Forum der Brabeckschule mit der Bemerkung „Mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet“, bat, noch ein wenig zusammenzurücken, erntete er nur höhnisches Gelächter.

Wenige Minuten später zog dann Bürgermeister Michael Esken endgültig die Reißleine und verlegte die Versammlung kurzerhand aus Sicherheitsgründen ins Grohe-Forum. Seine Mitarbeiter organisierten innerhalb kürzester Zeit sogar einen Bustransport für Interessenten ohne Fahrmöglichkeit, so dass die Bürgerversammlung schließlich mit einer Stunde Verspätung doch noch beginnen konnte.
Rund 750 (!) Bürger und Bürgerinnen hofften dort auf Neuigkeiten und Aufklärung zum Thema „Bakterienbelastetes Trinkwasser in den Ortsteilen Landhausen und Stübecken“, das seit der Weihnachtszeit für eine Erkrankungswelle gesorgt hatte und schließlich auch das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises auf den Plan gerufen hatte.
Seit dem 12. Januar ist dort das Abkochen von Trinkwasser vorgeschrieben und dieses Gebot wird vorläufig auch bestehen bleiben. Das war die wichtigste, wenn auch negative Mitteilung, die Dieter Gredig, Technischer Leiter der Stadtwerke, gleich zu Beginn der Versammlung verkünden musste. „Wir arbeiten zurzeit mit Hochdruck an der Ursachenforschung und hoffen bis Mitte nächster Woche die Quelle endlich gefunden zu haben.“ Doch selbst wenn das gelingen sollte, müssen dann immer noch an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Proben auch negativ - also frei von Bakterien - sein, damit das Abkochgebot endlich wieder aufgehoben werden kann. Geduld ist also auch weiterhin bei der Landhauser Bevölkerung gefragt.
Da inzwischen bereits viele mögliche Gründe für die Bakterienbelastung mit Sicherheit ausgeschlossen werden können (Wasserwerke, Pumpstation, Hochwasserbehälter, Rohrleckagen) sind jetzt private Brauchwasseranlagen in den Fokus der Stadtwerke-Ermittlungen geraten.
Im weiteren Verlauf der Bürgerversammlung rollten die Verantwortlichen der Stadtwerke Hemer, des Gesundheitsamtes Märkischer Kreis, des Hygieneinstitutes und der Stadt nochmals den kompletten zeitlichen Ablauf von den ersten Verdachtsfällen Ende Dezember über die feststehende Belastung am 12. Januar bis zum aktuellen Stand der Untersuchungen auf.
Dabei attestierten sowohl Stadtwerke-Geschäftsführerin Monika Otten als auch Bürgermeister Michael Esken durchaus „suboptimal“ funktionierende Informationswege, gelobten aber gleichzeitig eine komplette Aufarbeitung der Vorgänge und Verbesserungen für zukünftige Unglücksfälle. So sei u.a. eine bereits beschlossene Konsequenz aus den letzten Tagen die Einrichtung von weiteren Probeentnahmestellen, um das Kontrollnetz noch enger zu stricken. „Wir werden zukünftig zwei zusätzliche Rohrnetzproben an der Brabeckschule und dem Kindergarten installieren, wo regelmäßig gemessen wird“, erläuterte Dieter Gredig.
Michael Esken: „Wir sollten jetzt bei aller berechtigter Kritik aber nach vorne blicken und erst mal schauen, dass wir möglichst schnell wieder unsere Bürger mit Trinkwasser in gewohnt guter Qualität versorgen können.“
Ins gleiche Horn stieß auch Monika Otten, denn natürlich kam aus den Reihen der betroffenen Bürger die Frage nach eventuellen Entschädigungen aufgrund des erhöhten Energiebedarfes durch das notwendige Abkochen, die Lieferung von „nicht ordnungsgemäßem“ Trinkwasser durch die Stadtwerke oder den Kauf von Mineralwasser. „Da bitte ich Sie ebenfalls noch um etwas Geduld. Wir haben das Thema bereits im Aufsichtsrat erörtert und werden uns unserer Verantwortung stellen“, so die Stadtwerke-Geschäftsführerin, „erst mal werden wir jetzt jedoch unsere ganzen Anstrengungen darauf konzentrieren, dass wir die Ursache möglichst schnell finden, um Ihnen wieder einwandfreies Trinkwasser zu liefern.“
Als die Versammlung nach über zwei Stunden schließlich zu Ende ging, hatten die Bürger endlich viele Antworten erhalten, auch wenn sicher nicht alle Sorgen und Ängste ausgeräumt werden konnten.

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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