Freude an kleinsten Fortschritten
Musikschule Hemer hilft jungen Geflüchteten beim Erlernen von Musikinstrumenten / Warten auf neuen Förderbescheid

Musiklehrer Matthias Brakel (re.) bringt hier Steven (li.) aus Simbabwe, Moein (2.v.l.) aus dem Iran und Hardy aus Afghanistan  die Gitarren behutsam näher - interessiert verfolgt von Hemers Musikschulleiter Martin Niedzwiecki (3.v.l.) und Integrationskoordinator Daniel Braun (2.v.r.). Mehr zum bemerkenswerten Integrationsprojekt lesen Sie auf Seite 14. ^Foto: Schulte
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  • Musiklehrer Matthias Brakel (re.) bringt hier Steven (li.) aus Simbabwe, Moein (2.v.l.) aus dem Iran und Hardy aus Afghanistan die Gitarren behutsam näher - interessiert verfolgt von Hemers Musikschulleiter Martin Niedzwiecki (3.v.l.) und Integrationskoordinator Daniel Braun (2.v.r.). Mehr zum bemerkenswerten Integrationsprojekt lesen Sie auf Seite 14. ^Foto: Schulte
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"Es ist ja allgemein anerkannt, dass gerade Musik international ist und verbindet", so Martin Niedzwiecki, Leiter der Hemeraner Musikschule, "also was liegt dann da näher, als Musik auch zur Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft zu nutzen."

Von Christoph Schulte

Hemer. Und so kam man bei der Hemeraner Musikschule bereits im zweiten Halbjahr 2018 zu dem Entschluss, spezielle Einstiegskurse für Geflüchtete zum Erlernen von Musikinstrumenten anzubieten, "denn es gibt ja schließlich auch in Syrien, Afghanistan oder dem Irak genau wie auf der übrigen Welt unzählige musikbegeisterte Jugendliche und Erwachsene", so Martin Niedzwiecki.
Die Initiative stieß nicht nur bei Hemers Bürgermeister Michael Heilmann ("Integration ist eine gesamtstädtische Aufgabe. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass unsere Musikschule ihren Beitrag leistet."), sondern auch bei Hemers Integrationskoordinator Daniel Braun verständlicherweise auf offene Ohren. "Das Projekt ist eine fantastische Möglichkeit und ein weiterer Mosaikstein zur Integration der Geflüchteten in unsere Gesellschaft." Zusammen mit dem Team der ehrenamtlichen Flüchtlingspaten hat er sofort begonnen, die Interessen abzufragen und die dann Interessierten anschließend zu begleiten und immer wieder zu motivieren, regelmäßig das Angebot zu nutzen. Denn das sei harte Arbeit, wie Martin Niedzwiecki weiß, "regelmäßige und strukturierte Tagesabläufe kennen viele Geflüchtete seit Jahren nicht." Doch inzwischen haben alle Beteiligten schon einige Erfahrung beim Musik-Projekt und so konnten nach sechs erfolgreich abgeschlossenen Kursen im vergangenen Jahr jetzt weitere Geflüchtete mit ihrem Unterricht beginnen - insgesamt jeweils zwölf pro Woche. Sie können dabei wählen zwischen Gitarre, Keyboard, Klavier und Schlagzeug. Unterrichtet werden sie von Lehrern der Musikschule in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. "Das ist wichtig, denn wir verstehen unser Projekt ja auch als einen Bestandteil der Sprachförderung", betont Martin Niedzwiecki. Auch wenn sich Lehrer und Schüler zur Not auch mal mit Händen und Füßen verständigen, sei die Sprache letztendlich auch notwendig für alle möglichen Begriffe aus dem Bereich der Musik.
Bliebe noch die Frage der Finanzierung. "Das Projekt wird durch den Landesverband der Musikschulen im Auftrag der NRW-Landesregierung gefördert", erläutert Niedzwiecki. Momentan wartet er allerdings noch auf die Bewilligung für die neuen Kurse, die schon begonnen haben. "Momentan zahle ich das noch aus eigener Tasche, hoffe aber täglich auf das ersehnte Schreiben."

Musiklehrer Matthias Brakel (re.) bringt hier Steven (li.) aus Simbabwe, Moein (2.v.l.) aus dem Iran und Hardy aus Afghanistan  die Gitarren behutsam näher - interessiert verfolgt von Hemers Musikschulleiter Martin Niedzwiecki (3.v.l.) und Integrationskoordinator Daniel Braun (2.v.r.). Mehr zum bemerkenswerten Integrationsprojekt lesen Sie auf Seite 14. ^Foto: Schulte
Für das Erlernen von Noten und der ersten Griffen nutzen die Geflüchteten auch spezielle Programme auf dem Tablet oder Smartphone. Foto: Schulte

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