Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Jahrelang forderten konservative Künstler und Politiker eine Quote für deutschsprachige Musik im Radio. Sie konnten sich Gott sei Dank nicht durchsetzen, denn letztendlich sollte Qualität und nicht Sprache zählen. Anfang des Jahrtausends war diese Forderung auch nicht mehr notwendig, denn zahlreiche gute deutsche Bands strömten auf den Markt und lösten einen ähnlichen Boom aus wie in den 80ern die Neue Deutsche Welle. Hierzu zählen auch die beiden heutigen Gruppen.

MIA. Gehörten zu den Vorreitern dieser Bewegung. Die Berliner Gruppe um Frontfrau Mieze verbindet Elektroeinflüsse mit Punkattitüde und viel Melodie. Der Stil lehnt sich an die Ursprünge der Neuen Deutschen Welle an und erinnert an die frühen Ideal. 2002 erschien ihr erstes Album „Hieb & Stichfest“ mit der Clubsingle „Alles neu“. Mit den folgenden Alben etablierten sie sich immer weiter und Songs wie „Hungriges Herz“ oder „Tanz der Moleküle“ liefen in den Radiostationen auf Dauerrotation. Mit „Tacheles“ erschien jetzt ihr fünftes Album.

Der neue Silberling fängt gut an und nimmt einen direkt in seinen Bann. Die elektronische Rhythmusfraktion ist hier mehr im Vordergrund als noch auf den Vorgängern und Mieze geht mehr in den Sprechgesang über als ihren Emotionen im Singen freien Lauf zu lassen. Die Singleauskopplung „Fallschirm“ und „Aufruhr“ sind gleich Highlights des neuen Werkes. Danach gibt es aber einen Bruch und die zweite Hälfte des Albums wird anstrengend. Schade eigentlich, denn die Berliner können es auch anders.

Zwei Jahre später als MIA. veröffentlichten die Sachsen Silbermond ihr Debut und platzierten seit dem alle drei Werke in den Top 3 der Verkaufscharts. Ihre Singles „Das Beste“ und „Irgendwas bleibt“ schafften sogar den Sprung an die Pole Position der Hitparade. Mit ehrlicher Rockmusik und deutschen Texten eroberten sie die Herzen der Fans hier im Lande. Mit „Himmel auf“ erscheint nun nach drei Jahren Pause das vierte Album.

Bei Silbermond hat sich nicht viel geändert; das Album ist gefällig ohne anzuecken. Die Mannen um Frontfrau Stefanie Kloß singen über Gott und die Welt und streifen dabei auch politische Themen wie in „Irgendwo in der Mitte“ oder „Weisse Fahnen“ ohne dabei jedoch klar Position zu beziehen; und leider werden hier auch zu oft Klischees bedient.

Reinhörtipps sind die Single „Himmel auf“, „Du fehlst hier“ und „Gegen“. Ansonsten ist es ein gefälliges Album für jedermann.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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