Was Sie hören und was Sie besser lassen sollten

Das Leben und Treiben im Mittelalter ist immer häufiger Gegenstand von Film und Literatur und fasziniert sowohl jung wie alt. Diese Epoche war nicht nur von Seuchen, Hexenverbrennungen und ähnlich barbarischem Gut geprägt, sondern bestach auch durch Romantik und Saufgelage. Den umherfahrenden Spielleuten war es vergönnt für Unterhaltung zu sorgen und mit Flöte, Schalmei oder anderen Instrumenten Geschichten zu erzählen. Diese Form der musikalischen Darbietung ist auch heutzutage sehr beliebt und wenn zwei der erfolgreichsten Bands dieses Genres die Spitze der Verkaufscharts anvisieren, ist dies hier ein paar Zeilen wert.

In Extremo haben mit ihrem letzten Album „Sängerkrieg“ es bereits geschafft auf Platz 1 der Albumcharts zu landen. Das neue Werk steht seit Freitag in den CD Regalen und hört auf den Titel „Sterneneisen“. Gleich der Opener und Singleauskopplung „Zigeunerskat“ zeigt, dass die Entwicklung hin zum Metal bei den Ostdeutschen weiterverfolgt wird. Mittelalterliches Instrumentarium ist zwar noch vorhanden, wird aber meist von den Gitarren in den Hintergrund gedrückt.

Leider ist bei der erhöhten Härte der Sinn für gute Melodien und Songs auf der Strecke geblieben. Der Gesang vom letzten Einhorn ist kaum noch als solcher zu bezeichnen und es ist wohl mehr Zufall als Können, wenn mal ein Ton getroffen wird. Ein paar Songs sind aber dennoch brauchbar, so wie das Duett mit dem Grafen von Unheilig „Hol die Sterne“. Ein weiterer Reinhörtip ist „Siehst du das Licht“. Insgesamt ist das aber gerade für eine so erfolgreiche Band wie In Extremo zu wenig.

Die Münchner Mittelalterrocker von Schandmaul haben sich zuletzt eine zweijährige Auszeit gegönnt bevor sie ihr neues Werk „Traumtänzer“ auf die wartenden Fans losgelassen haben. Diese Auszeit tat dem Sextett hörbar gut, denn das aktuelle Werk beinhaltet wieder tolle Geschichten mit tollen Melodien. Dabei schaffen es die Bayern immer wieder melancholische Balladen mit fröhlichen Songs zum Tanzen und Mitsingen zu vermischen.

Das Album besticht durch diese Abwechslung und weist kaum Schwächen auf. Als Reinhörtipps dienen der Titelsong, der Clubhit „Hexeneinmaleins“ oder die wunderschöne Ballade „Die Rosen“.

Schandmaul haben ihre alte Stärke wiedergefunden und liefern mit „Traumtänzer“ ein Album ab, welches nicht nur Fans aus dem Mittelaltersektor begeistern dürfte.

Autor:

Kay Utermark aus Herdecke

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