„Das wird die Stadt bereichern“

Eine Ansicht des sogenannten „Clubhauses“, von der Ruhrpromenade aus gesehen
2Bilder
  • Eine Ansicht des sogenannten „Clubhauses“, von der Ruhrpromenade aus gesehen
  • Foto: Bild: Stadt Herdecke
  • hochgeladen von Jens Holsteg

Das Projekt „Westfalia“ befindet sich auf der Zielgeraden: Am Donnerstag stimmten der Bau- und Umweltausschuss in gemeinsamer Sitzung mehrheitlich dem Bebauungsplan und dem städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor Kräling zu. Am nächsten Donnerstag hat der Rat das abschließende Wort.
Zunächst stellte Doris Voeste, Leiterin des Planungsamtes, den Ausschussmitgliedern und zahlreichen Zuhörern den aktuellen Bebauungsplan vor: „Wir sind überzeugt, dass wir hiermit ein tragfähiges, zur Stadt passendes Konzept vorlegen.“ Neu gegenüber der Bürgerinformation im März ist, dass der Investor die beiden oberen Geschosse der an der Ruhrpromenade liegenden sogenannten „Boulevardgebäude“ jetzt als Wohnungen vermieten will.
Inzwischen sind neben Edeka auch weitere Mieter für das Quartier bekannt. Neben dem Café Extrablatt werden sich Adler, Takko, Mister und Lady Jeans und das K - und K - Schuh-Center ansiedeln. Ein Fitness- und Reha-Center sind dort ebenso zu erwarten wie eine Tierarzt-Praxis und ein Zahntechniker-Labor.
Dieser Mieter-Mix sorgte im Ratssaal für eine teilweise hitzige Diskussion: Die SPD vermisst das „angekündigte hochwertige Einkaufen“, „Billigläden im neuen Quartier“ mag sie nicht unterstützen. Neben der „zu geringen Durchlässigkeit von der Stadt zur Ruhr“ und der Sorge, dass die „Seniorenresidenz einem Pflegeheim weicht“, nahmen die Sozialdemokraten diesen Mieter-Mix zum Anlass, den Bebauungplan abzulehnen: „Ich bin gespannt, wer von Ihnen den Spatenstich für Takko, Adler und Co unternehmen wird. Wir stehen dafür nicht zur Verfügung“, so Karin Striepen von der SPD.
Das führte zu geharnischter Kritik der Jamaika-Koalition: „Einerseits bin ich ja dankbar dafür, dass die SPD nach Jahren der Rumeierei endlich mal klare Kante zeigt. Aber was Sie hier veranstalten, ist unfassbar“, so Peter Gerigk von den Grünen. „Mit dieser Entscheidung verabschiedet sich die SPD aus einem großen Teil der Innenstadtentwicklung.“ Und Wilhelm Huck von der FDP sekundierte: „Man muss ein solches Projekt doch auch wirtschaftlich darstellen können. Wir haben fünf Jahre lang einen Investor gesucht. Was ist denn die Alternative zu diesem Projekt? Wenn wir das hier ablehnen würden, bleibt auf diesem Gelände eine Industriebrache. Das können Sie doch nicht wollen.“
Einig waren sich hingegen alle Fraktionen im Lob für die Arbeit der Verwaltung. Karin Striepen konstatierte „eine Meisterleistung.“ Die Verwaltung habe „viel herausgeholt, was wir so nicht erwartet haben.“ Gisbert Holthey von der CDU dankte für „die tolle Arbeit an diesem Projekt.“ Und Peter Gerigk staunte nicht schlecht: „Ich habe während meiner gesamten Ratstätigkeit noch nie so viel Transparenz bei einem Projekt erlebt wie in diesem Fall. Früher bekamen wir Verträge nur in Einzelheiten zu sehen, dass einem die Verwaltung einen Vertrag in Gänze zur Verfügung stellt, ist neu. Dafür vielen Dank.“
Die beiden Ausschüsse verabschiedeten schließlich den städtebaulichen Vertrag und den Bebauungsplan mit den Stimmen der Jamaika-Koalition gegen die Stimmen der SPD und der Linken. Peter Gerigk: „Das Quartier Ruhr-Aue wird die Stadt bereichern.“

Eine Ansicht des sogenannten „Clubhauses“, von der Ruhrpromenade aus gesehen
Wenn der Rat am Donnerstag, 29. September, abschließend entscheidet, kann das Quartier Ruhr-Aue auf dem ehemaligen Westfalia-Gelände realisiert werden.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen