Weißer Ring: Bei jedem zweiten Fall handelt es sich um Stalking oder häusliche Gewalt
Zahl der Opfer leicht gestiegen

Alle drei Tage ein neues Opfer: Mehr als 120 Menschen baten im vergangenen Jahr den Weißen Ring in Herne um Hilfe. Ihre Zahl lag damit in etwa auf dem Niveau von 2017.
Genauer gesagt: Die Zahl der Opfer die sich hilfesuchend an den Weißen Ring wandten, stieg von 120 auf 124. Brigitte Grüning und ihre Mitarbeiter halfen, wo zu helfen war. Präventive Maßnahmen nahmen einen großen Teil der Arbeit ein: "Wir haben mit Vorträgen und Info-Ständen vor den Gefahren gewarnt."
Bedrückend findet Grüning die Tatsache, dass häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe auf Kinder und Frauen und Stalking mittlerweile 50 Prozent der Arbeit ausmachen. Mitunter sind diese Fälle langwierig.
Die acht ehrenamtlichen Mitarbeiter leisten in ihrer Freizeit menschlichen Beistand und persönliche Betreuung, begleiten die Opfer zu Gerichtsterminen und geben Hilfestellung im Umgang mit Behörden und Institutionen. In 36 Fällen unterstützte der Weiße Ring Opfer mit Beratungsschecks. Diese ermöglichen eine kostenlose Erstberatung bei einem frei gewählten Anwalt. Bei einer finanziellen Notlagen als Folge einer Straftat half die Organisation mit 17000 Euro.
Ein wichtiger Teil der Arbeit und Satzungsziel ist die Vorbeugung. Mit Vorträgen über Betrugsmaschen und Trickdiebstählen sollen Menschen für Gefahren sensibilisiert werden. Dazu gehört das Training des richtigen Verhaltens an der Wohnungstür ebenso wie Maßnahmen gegen Cybermobbing und Vergewaltigungsdrogen. Auf die deutschlandweit steigende Zahl an Stalking-Opfern hat der Verein reagiert: Auf der Frauenwoche wurde eine App vorgestellt. Diese dokumentiert entsprechende Handlungen mit Videos, Fotos und Sprachnachrichten, damit Betroffene juristisch erfolgreich gegen Stalker vorgehen können. Die App soll bald zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.
Um auch in Zukunft effektiv helfen zu können, wird in diesem Jahr verstärkt um neue Mitarbeiter, Mitglieder und Spenden geworben. Der Verein finanziert sich fast ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Nachlässe und Bußgeldzuweisungen der Gerichte. "Um politisch unabhängig zu bleiben, verzichtet der Verein bewusst auf öffentliche Mittel", erläutert Grüning das Finanzierungsmodell. Uns ist vor allem wichtig, dass mehr als 50 Prozent der Einnahmen den Opfern zu Gute kommen." Rund 30 Prozent werden für Prävention und öffentliches Eintreten ausgegeben. Rund 15 Prozent beträgt der Verwaltungsaufwand.
Die Zusammenarbeit mit der Polizei wurde in den vergangenen vier Jahren intensiviert. Die Verbände in Nordrhein-Westfalen schlossen mit Innenminister Ralf Jäger einen Kooperationsvertrag ab.
Den Weg zum Weißen Ring finden Opfer durch Polizei, Anwälte und andere Institutionen. Der Kontakt ist möglich über die Telefonnummer 116006 und die Homepage:
www.weisser-ring.de Den Kontakt mit dem Weißen Ring vermittelt unter anderem die Polizei. Foto: Archiv Wochenblatt  Die Zahl der betreuten Fälle in Herne: 39 Sexualdelikte, 35 Fälle von Raub, Diebstahl oder Einbruch, 14 Fälle häuslicher Gewalt, 13 Körperverletzungen, 9 Fälle von Stalking sowie 14 nicht näher kategorisierte Straftaten.
 Der Weiße Ring zahlte 16230 Euro für Opferhilfen und 6704 Euro für Soforthilfen und stellte 36 Beratungsschecks aus. Die Zahlen

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