Gospelprojekt probt noch nicht wieder
Coronafälle bei Veranstaltungen bleiben in Herne auch künftig nicht ausgeschlossen

Um die traditionellen Weihnachtskonzerte des Gospelprojekts Ruhr – hier eine Archivaufnahme – gab es diesmal wegen Corona Wirbel. Einige Künstler mussten in Quarantäne.
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  • Foto: Gospelprojekt Ruhr / LK
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Zahlreiche Coronainfizierte hatte es im Ensemble des Gospelprojekts Ruhr gegeben. Sie mussten in Quarantäne. Dass die sechs Weihnachtskonzerte trotzdem am Wochenende vor Weihnachten stattfanden, hatte für einigen Wirbel gesorgt. Dass so etwas bei einer vergleichbaren Veranstaltung erneut passieren könnte, ist aber nicht ausgeschlossen.

Von Vera Demuth

Bei künftigen ähnlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet hänge das Vorgehen der Stadt von den dann geltenden Regelungen ab, da sich die Rechtslage immer wieder ändere, erklärt Stadtsprecherin Nina-Maria Haupt. Wenn eine Veranstaltung entsprechend der Coronaschutzverordnung stattfinden darf, dürfe sich die Stadt nur im gesetzlich vorgegebenen Rahmen bewegen. Eine Absage einer Veranstaltung sei schwierig.
Im Fall der Konzerte vom 17. bis 19. Dezember 2021 des Gospelprojekts Ruhr hätten sich jedoch einige Menschen gewünscht, dass die Aufführungen abgesagt worden worden wären, nachdem bekannt wurde, dass es Coronafälle unter den teilnehmenden Kindern gab. Einer dieser Menschen ist Daniela Stefanski. Ihre zehnjährige Tochter hätte singen und tanzen sollen, erkrankte jedoch am 12. Dezember an Corona. Auch Daniela Stefanski steckte sich an, so dass beide bis zum 6. Januar in Quarantäne bleiben mussten.
Für Stefanski ist es völlig unverständlich, dass die Aufführungen stattfanden. Ihrer Information nach mussten viele Kinder des Gospelprojekts rückwirkend zum 10. Dezember in Quarantäne und konnten sich erst an Heiligabend freitesten, sofern sie nicht infiziert waren. „Ich weiß nicht, wie man als Veranstalter so verantwortungslos sein kann“, sagt die Mutter.

"Nur mit tagesaktuellem Bürgertest"

Christa Merle, Geschäftsführerin des Gospelprojekts Ruhr, betont in einer schriftlichen Stellungnahme, dass man sich die Entscheidung nicht einfach gemacht habe. Gemeinsam mit der Stadt habe man ein Hygienekonzept erstellt, „welches nicht nur die geforderte 2G-Regel beinhaltete, sondern von uns zusätzlich auf 2G+ erweitert wurde. Diese Regel galt während der Proben und Konzerte für alle teilnehmenden Kinder, Künstler und auch für alle Besucher. Uns war wichtig, dass wir für unsere Veranstaltungen die entsprechende Coronaschutzverordnung nicht nur erfüllen, sondern darüber hinaus noch ergänzen wollten.“ Seit dem 11. Dezember durften nur noch Erwachsene und Kinder mit einem tagesaktuellen Bürgertest die Veranstaltungshalle betreten. Nach Aussage Merles sind keine Infizierten aufgetreten. Auch hätten sich die Hygieneauflagen ausgezahlt, „denn obwohl mehr als 50 Kinder pro Konzert teilnahmen, hat sich keiner bei den Konzerten infiziert“.
Daniela Stefanski sieht aber auch das Gesundheitsamt in der Mitverantwortung. „Die Stadt hätte einschreiten müssen.“ Wären die sechs Konzerte abgesagt worden, hätte vielleicht verhindert werden können, dass so viele Kinder in Quarantäne mussten und erst über Weihnachten erfuhren, ob sie infiziert sind.

Viele Kinder in Quarantäne

Nina-Maria Haupt bestätigt, dass direkt vor Weihnachten „eine beachtliche Zahl“ an Schülern unter Quarantäne gestellt werden musste. Die Infektionen stammten aber nur zum Teil aus den Veranstaltungen des Gospelprojektes. Bereits vor den Aufführungen mussten 13 Kinder des Projekts in Quarantäne. Sie nahmen nicht an den Konzerten teil. Bei den meisten von ihnen wurde später das Coronavirus festgestellt. „Das Gesundheitsamt hat die Kontakte nachverfolgt, Testungen durchgeführt und Quarantänen angeordnet“, so Haupt. Allerdings sei die Kontaktliste unvollständig gewesen, so dass das Amt einige Kontaktpersonen erst im Nachhinein benachrichtigen konnte.
Zur Zeit der Konzerte mussten Veranstaltungen nicht mehr bei der Stadt angemeldet werden. Darüber hinaus gebe es viele Veranstaltungen in Herne, und die Stadt wisse nicht von allen, erklärt Haupt. „Die Stadt kontrolliert stichprobenartig, ob der Veranstalter seinen Verpflichtungen nachkommt.“
Man hätte es sich einfacher machen können, indem man die Konzerte abgesagt hätte, teilt Christa Merle mit und verweist auf den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen. Durch ihn werden Einnahmen erstattet, wenn Veranstaltungen wegen Corona ausfallen. „Aber uns ist klar geworden, wie wichtig den Kindern und deren Familien diese Konzerte waren. Das zeigen uns die zahlreichen überaus positiven Rückmeldungen.“

Noch keine neuen Proben

Den regulären Probenbetrieb hat das Gospelprojekt Ruhr noch nicht wieder aufgenommen. „Denn auch hier ist es uns wichtig, gerade in der aktuellen brisanten Pandemieentwicklung zunächst zu eruieren, wie wir unseren Kindern eine sowohl regelkonforme als auch möglicherweise darüber hinaus gehende höchstmögliche Sicherheit gewährleisten“, so Merle.
Die Stadt stehe mit dem Gospelprojekt in einem engem Austausch, sagt Nina-Maria Haupt. „Und das bleibt auch noch so.“

Um die traditionellen Weihnachtskonzerte des Gospelprojekts Ruhr – hier eine Archivaufnahme – gab es diesmal wegen Corona Wirbel. Einige Künstler mussten in Quarantäne.
Auch in den Vorjahren – wie hier zu sehen – gehörten Auftritte des Gospelprojekts Ruhr immer zum Jahresablauf. Ende 2021 gab es jedoch Unstimmigkeiten wegen einiger Coronafälle.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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