Fidele Horst führt am Sonntag im Mondpalast noch einmal "Die spanische Fliege" auf
Der letzte Vorhang

Liebevolle Inszenierung: Nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Kostümbildner und Kulissenbauer haben ihr Bestes gegeben. Vereinsfoto
  • Liebevolle Inszenierung: Nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Kostümbildner und Kulissenbauer haben ihr Bestes gegeben. Vereinsfoto
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Glänzend aufgelegte Schauspieler, tolle Kostüme, genäht und zusammengestellt von Annette Holz und ein eindrucksvolles Bühnenbild von Marc Groesdonk und Markus Wieczorkowski: Das waren die wichtigsten Zutaten einer gelungenen Premiere im Mondpalast und der nachfolgenden Aufführungen von "Die spanische Fliege".

Das Theater Fidele Horst hatte sich zu seinem 100-jährigen Bestehen den Schank von Arnold und Bach nicht zufällig ausgesucht. Das Stück entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist offensichtlich zeitlos: Die Leistungen der Schauspieler wurden im stets gut gefüllten Volkstheater an der Wilhelmstraße mit stehenden Ovationen gewürdigt.
„Da hab ich mich ganz schön in den Senf gesetzt“, stöhnte Ludwig Klinke (glänzend gespielt von Dietmar Kraschewski) und sprach mit diesem Satz schon wesentliche Teile des Inhalts an. Denn in den „Senf“ hatten sich auch weitere honorige Mitglieder der Gesellschaft gesetzt, die einst der Schönheit der Tänzerin Señorita Rosita (alias Röschen Paczinski aus Gelsenkirchen) erlegen waren. Sie hatten 25 Jahre lang Alimente gezahlt, nachdem sie ein Bild eines Babys mit dem Spruch „Freu Dich Papa, nun bin ich da!“ erhalten hatten.
Rechtsanwalt Dr. Gerlach (hinterhältig und stark: Sebastian Krug) nutzte sein Wissen, um seine Liebe zu Paula (sehr gut: Melina Weichert) gegen den Senffabrikanten Ludwig Klinke und dessen sittenstrenge Frau Emma, die sittenstrenge Vorsitzende des Bundes für Sittlichkeit und Moral (überzeugend: Annette Holz), durchzusetzen. Und als dann das sächselnde Muttersöhnchen Heinrich Meisel (Glanzrolle für Tobias Weichert) als vermutetes Ergebnis des Fehltrittes auftauchte, sorgten die Verwirrungen für Spaß ohne Ende. Die Volksschullehrerin Wally (toll: Tina Menze) fand den Assyriologen sympathisch, im Gegensatz zu ihrer Freundin Paula. Als die beiden gemeinsam mit Dienstmädchen Marie (Jasmin Konieczny gibt dieser kleinen Rolle eine besondere Note) ein Ströphchen heulten, honorierte das Publikum das mit Szenenapplaus. Die Suche nach dem Vater nahm Emma aber so ernst, dass auch die Herren Gustav Wimmer (hechelnde Spürnase Ralf Löchel), Anton Tiedemeier (toller Ur-Bayer Christian Weymayr) und der Reichstagsabgeordnete Eduard Burwig (stilsicher steif: Klaus-Dieter Twiehoff) von einer Verlegenheit in die andere fielen. Die Debütanten Angelika Kaisereck und Wolfgang Trümper fügten sich ins hervorragend aufgelegte Ensemble mit gutem Spiel ein, während Spielleiter Olaf Weichert als Bierkutscher Polke Erinnerungen an die ehemalige Hülsmann-Brauerei hervorrief.
Die vielleicht letzte Chance "Die spanische Fliege" in der Inszenierung des Theaters Fidele Horst zu erleben, bietet sich am Sonntag ab 17 Uhr im Mondpalast.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen