Ausstellung von Meike Poese im Alten Wartesaal zeigt Aktfotografien 3
Die Vielfalt der Schönheit

Meike Poese möchte ihre Bilderserie fortsetzen. Bisher saßen rund 100 Menschen auf ihrem Stuhl. Foto: Stadt Herne

0 Frauen, 30 Männer im Wechsel: Einige sind tätowiert, andere tragen Piercings, sie haben kurze oder lange Haare, manchmal Bart, Brille oder Narben; sie sind groß oder klein, dünn oder dick, aber alle nackt. Die Fotografin Meike Poese zeigt ab Freitag die Vielfältigkeit der Menschen in ihrer Fotoausstellung „Der Stuhl“ im Alten Wartesaal im Bahnhof Herne.

„Das ist ein weiterer Schritt, den Alten Wartesaal für weitere Kunstformen zu öffnen“, erklärte Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums, im Vorfeld der Ausstellung. Kuratorin Katrin Lieske ergänzt: „Fotografien sind als Medium für uns sehr interessant, um das jüngere Publikum anzusprechen.“
Der Kontakt zu Meike Poese entstand über einen Bekannten, der selbst im Alten Wartesaal ausgestellt hat. Jetzt freut sich die Künstlerin, die gerade ihr Studium an der Hochschule der bildenden Künste in Essen beendet hat, ihre Serie „Der Stuhl“ in Herne hängen zu sehen. Alle Protagonisten sitzen auf dem gleichen Holzstuhl, er ist immer an der gleichen Stelle und in der gleichen Größe. „Die Person soll zu sehen sein“, so die Fotografin, deswegen seien die Bilder auch schwarz-weiß. „Ich will nicht, dass die Farbe vom Menschen ablenkt.“
Individualität und Einzigartigkeit spielen in ihren Arbeiten eine herausragende Rolle. Die Intention ihrer Aktfotografien ist klar: „Wir haben alle Makel, aber die machen uns aus und die machen uns auch schön.“ Deswegen wurde an den Bildern auch nichts retuschiert. „Die Fotos zeigen die Wahrheit. Hier gibt es keinen Filter, keinen Weichzeichner“, betont Poese. Die Models durften sich zeigen und setzen, wie sie wollten. Viele schauen direkt in die Kamera, andere absichtlich woanders hin – nur der Stuhl, der steht immer gleich.
Ihre Models hat sie im Bekanntenkreis und über soziale Medien gefunden. Zwischen Betrachter und porträtierter Person entsteht durch die Individualität von Körper, Pose und Ausdruck fast eine intime Nähe.
Ihre Serie „Der Stuhl“, zu der mehr als 100 Bilder insgesamt gehören, ist aber noch nicht beendet. Wenn sich Menschen bei ihr melden, die sich gerne auf dem Stuhl porträtieren lassen wollen, wird sie die Arbeit erweitern.
Die Ausstellung wird bis zum 3. November, donnerstags bis samstags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. Am Freitag, 25. Oktober, gibt es um 18 Uhr ein offenes Künstlergespräch mit der Fotografin.
Weitere Informationen:
www.meike-poese.de

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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