Rita Süssmuth besucht Volkshochschule zum 100-Jährigen Bestehen
Eine lange Nacht

Rita Süssmuth (rechts) fand den Weg nach Herne, um an der Jubiläumsveranstaltung teilzunehmen. 
Foto: Nina-Maria Haupt/Stadt Herne
  • Rita Süssmuth (rechts) fand den Weg nach Herne, um an der Jubiläumsveranstaltung teilzunehmen.
    Foto: Nina-Maria Haupt/Stadt Herne
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Die Volkshochschule hat ihr 100-jähriges Bestehen mit einer langen Nacht gefeiert. Zum Geburtstag kam unter anderem die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Die Leiterin der Volkshochschule, Heike Bandholz, begrüßte Süssmuth: „Ihre Jahre als Präsidentin des Volkshochschulverbandes haben den Volkshochschulen gut getan – fachlich, persönlich und menschlich.“ Außerdem hieß sie Dozenten und Teilnehmer willkommen, ehe sie einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Volkshochschule gab: „Weiterbildung hatte schon in sehr früher Zeit in unseren Städten ein Primat. Und das hat sich bis heute nicht geändert.“
Vor 100 Jahren gründeten sowohl Wanne-Eickel als auch Herne Volksbildungswerke, in denen von lebenspraktischen Fächern wie Kochen bis hin zu Fremdsprachen und Schulabschlüssen Kurse angeboten werden. „Weiterbildung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn sie sich an den aktuellen Entwicklungen und an den unterschiedlichen Lebensphasen orientiert“, begründete Bandholz die Vielfalt des Programms.
Auch Bürgermeisterin Andrea Oehler lobte die Arbeit der Volkshochschule: „Sie ist bekannt und immer neu, überall in der Stadt, flexibel und ganz nah an den Menschen.“ Was 1919 als „geistiger Speisezettel“ angekündigt wurde, warte heute mit Webinaren auf. Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kultur- und Bildungspolitik, erinnerte an die Bedeutung von Aufstieg durch Bildung und lebenslangem Lernen.
Auch Süssmuth verdeutlichte die Wichtigkeit von Bildung: „Es gibt keine Menschen, die unbildbar sind. Wir sind bildbar. Es ist mühevoll, aber wenn man es geschafft hat, ist es eine glücklichmachende Erfahrung.“ Bildung sei ein grundlegendes Menschenrecht, sowohl akademische als auch praktische Bildung, die lange vernachlässigt worden sei und in den Volkshochschulen gelehrt werde. „Gerade die Fähigkeiten, die nicht zu einem Fachkolloquium gehören, dürfen nicht verschwinden. Wichtig ist das, was uns inspiriert. Es geht nicht um analoge und digitale Bildung, sondern um Menschenbildung“, betonte sie. Auch nach 100 Jahren sei diese Institution noch hochmodern. „Für mich ist die Volkshochschule ein Feld für neue Experimente, für Innovationen.“

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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