Glaube und Corona
Frage der Woche: Wann sollten Gotteshäuser wieder öffnen?

Leere Bänke in einer Kirche: Wie erleben religiöse Menschen die Corona-Krise?
  • Leere Bänke in einer Kirche: Wie erleben religiöse Menschen die Corona-Krise?
  • hochgeladen von Jens Steinmann

In den meisten Bundesländern gibt es keinen konkreten Zeitplan für die schrittweise Lockerung des Verbots. Gotteshäuser aller Art bleiben bis auf Weiteres geschlossen, während Ikea zumindest in NRW am Montag öffnen wird. Wie erleben religiöse Menschen die Krise?

Denn eins ist  klar: Die Religionsfreiheit wird gerade massiv eingeschränkt. Wer seinen Glauben praktizieren möchte, muss dies momentan privat gemäß der Kontaktsperre tun. Entsprechend haben VertreterInnen vieler Religionsgemeinschaften auf eine Lockerung gepocht: Macht die Tempel wieder auf! Sachsen ist das erste Bundesland, das dem stattgeben wird. Kleinere Versammlungen mit bis zu 15 Personen sind nun wieder erlaubt. Thüringen wird im Mai nachziehen und die Verbote schrittweise lockern. Noch am Mittwoch hatte Angela Merkel verkündet, dass das im März beschlossene Verbot von öffentlichen Gottesdiensten erstmal bestehen bleiben solle. Nach mehreren Klagen hat sich auch das Bundesverfassungsgericht bereits mit der Rechtmäßigkeit dieser Maßnahmen beschäftigt. Ergebnis: Unter den ganz besonders schweren Umständen sei der Eingriff in die Grundrechte vertretbar, müsse aber ständig neu bewertet werden.

"Kirche ist systemrelevant"

Auf katholisch.de meint der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, Gottesdienste seien durchaus systemrelevant. Sorgen und Ängste – die Ausübung des Glaubens helfe den Menschen dabei mit Krisen fertig zu werden. Es sei unverhältnismäßig, dass Möbelgeschäfte wieder öffnen, dabei aber gläubige Menschen in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. 

Während des Ramadans geschlossen?

Der Zentralrat der Muslime hält die Kontaktbeschränkungen in Deutschland hingegen weiterhin für notwendig. An Ostern hatten ChristInnen auf öffentliche Gottesdienste verzichten müssen, und so nimmt auch der Vorsitzende Aiman Mazyek in Hinblick auf den nahenden Ramadan an: "Zur Zeit ist es noch verfrüht, genaue Angaben zu Ramadan zu machen, aber es steht traurigerweise zu befürchten, dass wir die Moscheen geschlossen halten müssen, zumindest für einen Teil des Heiligen Monats".

Was ist eure Meinung? Sollten Gotteshäuser unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen wieder öffnen dürfen? Oder ist die Einschränkung der Religionsfreiheit unter den besonderen Umständen weiterhin gerechtfertigt? Außerdem: Falls ihr selbst gläubig seid – wie bringt ihr euren Glauben und die aktuelle Krise unter einen Hut? Nutzt ihr möglicherweise digitale Angebote, um an Gottesdiensten teilzunehmen? 

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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