Satire
Frage der Woche: Was haltet ihr von der umstrittenen taz-Kolumne?

"All Cops are berufsunfähig": Mit einer satirischen Kolumne rief die taz große Empörung hervor.
  • "All Cops are berufsunfähig": Mit einer satirischen Kolumne rief die taz große Empörung hervor.
  • hochgeladen von Jens Steinmann

Die Grenzen der Satire sind nicht erst seit #umweltsau eine hart umkämpfte Linie. Mit einer satirischen Kolumne über die Polizei im Rahmen der weltweiten Black-Lives-Matter-Demonstrationen rief die taz nun erneut große Entrüstung hervor. Und Strafanzeigen.

Der Text "All cops are berufsunfähig" nimmt Bezug auf die Auflösung der Polizeibehörde in Minneapolis, wo ein Schwarzer US-Bürger, George Floyd, durch Polizisten getötet wurde. Er bezieht sich also auf Fälle von Polizeigewalt in den USA sowie auf die Demonstrationen für die Rechte Schwarzer Menschen, auch in Deutschland.

"Ex -Cops" auf den Müll?

Die Autorin stellt eingangs die Frage: "Wenn die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus jedoch nicht, in welche Branchen kann man Ex-Cops dann überhaupt noch reinlassen?" Und dann geht es los. In überspitzter Gründlichkeit geht die Autorin mögliche Berufe für Ex-PolizistInnen durch, bei denen "der Anteil an autoritären Persönlichkeiten und solchen mit Fascho-Mindset [...] überdurchschnittlich hoch" sei: Soziale Arbeit? Zu gefährlich, wie auch sonst alles, was mit Menschen zu tun hat. Post? Auch nicht – Stichwort "Briefbombe". Die Aufzählung dreht weiter und weiter ins Absurde ab, für "Ex-Cops" lasse sich einfach nichts Passendes finden. Die derbe Pointe und sicher auch der Anstoß für die Strafanzeigen einer Polizeigewerkschaft: Wer mal bei der Polizei war, gehöre auf den Müll: "Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten." 

Anzeigen gegen taz

Das ist heftig. Zwischenzeitlich bekam die Autorin Droh- und Hassbotschaften über alle möglichen Kanäle, die taz-Redaktion veröffentlichte eine Stellungnahme zur Debatte: "Niemand in der taz bezeichnet Menschen ernsthaft als Abfall". Der Text allerdings bot sogar Anlass für den Bundesinnenminister eine Strafanzeige gegen eine Zeitung stellen zu wollen. Jetzt will Horst Seehofer die Angelegenheit doch lieber anders klären, nachdem neben anderen mehrere Journalismus-Gewerkschaften und die Kanzlerin sich eingeschaltet hatten. 

"Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten." 

Kurt Tucholsky macht in diesem Zitat deutlich: Die Übertreibung gehört dazu, wenn man Satire machen will. Blicken wir in die aktuelle Duden-Definition des Begriffs, finden wir dazu noch weitere Merkmale: Ironie, Spott, Witz, alles gern beißend bzw. scharf.

Frage der Woche: Wie bewertet ihr die taz-Kolumne? Handelt es sich bzw. handelt es sich nicht um Satire? Warum? Wie bewertet ihr die Reaktionen darauf? Ich bin zwar im Urlaub, freue mich aber dennoch über viele Kommentare!

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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