Hilferuf des Mondpalastes
Freunde in schlechten Zeiten

Harte Kritik: Thomas Rech vermisst die Solidarität mit dem Mondpalast. Bettina Engel-Albustin

In einem offenen Brief hat sich Thomas Rech, Intendant des Mondpalast, an NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, Kultusministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Oberbürgermeister Frank Dudda und die Medien gewandt. Das Volkstheater, das sich zu 100 Prozent aus den Eintrittsgeldern finanziert, steht nach dreimonatiger Schließung möglicherweise vor dem Aus.
In dem Brief kritisiert Rech unter anderem, „dass unsere Arbeit so ohne jeden Nachhall bleibt, dass der Fortbestand des Mondpalastes den Entscheidern in unserem Lande vollkommen gleichgültig zu sein scheint. Wir sind doch der Strukturwandel, wir sind doch systemrelevant". Es habe in den vergangenen Monaten kaum Unterstützung durch die Medien gegeben: "Als wir unser Theater am 5. Juni mit 100 erlaubten Gästen eröffneten, haben die Feuilletons der Revier-Zeitungen und unser Haussender WDR das geflissentlich ignoriert." Vn der Stadt, noch aus Kreisen von Politik und Wirtschaft habe es bisher Solidarität gegeben.
In der Corona-Zwangspause machte der Mondpalast durch Youtube-Aktionen und eine Teil-Öffnung von sich reden, erfuhr aber keinerlei Unterstützung, obwohl die Bühne laut einer Umfrage nach der Cranger Kirmes der größte Werbeträger für die Stadt ist.
Rech kritisiert eine Ungleichbehandlung der Bühnen in Nordrhein-Westfalen. Er verweist darauf, dass das Aalto-Theater eine Landesförderung in Höhe von 500000 Euro für Werbemaßnahmen erhalten habe. Der Mondpalast, der sich im Gegensatz zu der Spielstätte in Essen nicht subventioniert hätte, könnte für diesen Betrag ein ganzes Jahr lang "opulentes Volkstheater machen". Tatsächlich aber wäre der Mondpalast bereits jetzt Geschichte, hätte sich Prinzipal Christian Stratmann nicht in sechsstelliger Höhe verschuldet, um die Existenz des Theaters und die Arbeitsverträge eines Ensembles von zehn angestellten Schauspielern zu sichern.
Mittlerweile befürchtet der Schauspieler und Regisseur das Schlimmste für das einzige Volkstheater des Ruhrgebiets: „Wir versuchen alles. Niemand hier gibt auf, ob uns nun jemand hilft oder eben auch nicht. Es ist erst zu Ende, wenn es zu Ende ist. Aber wenn es zu Ende ist, dann ist der Mondpalast weg – für immer.“

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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