Mehrheit im Kulturausschuss gegen eine Finanzspritze für von Corona-Krise betroffene Künstler
Zu wenig Unterstützung

Kultur ohne Publikum kann nicht funktionieren. Immer mehr Künstler kämpfen um ihre Existenz. Foto: Claudia Dreysse

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke sowie Piraten/Alternative Liste sind bestürzt über die ablehnende Entscheidung des Kulturausschusses einen Sonderfond in Höhe von 100000 Euro als Corona-Rettungsschirm Herner Künstlern und Kulturschaffenden zur Verfügung zu stellen. SPD, CDU, FDP und AfD hatten diesen Vorschlag abgelehnt, mit dem jeder Betroffene mit einem Betrag von maximal 1000 Euro unterstützt worden wäre.

Diese Forderung hatten die Grünen im Kulturausschuss beantragt, da aus ihrer Sicht und der Sicht beiden anderen Fraktionen gerade Künstler und Kulturschaffende häufig durch Rettungsschirme des Bundes und des Landes fallen. Der Kulturetat war in der letzten Sitzung um 100000 Euro erhöht worden. Das Geld wäre also vorhanden.
Den Fraktionen von SPD und CDU war dieses Geld zu viel und die Hilfen aus ihrer Sicht nicht notwendig. Bei einem Defizit von voraussichtlich 80 Millionen Euro in Herne durch Corona geht es hierbei allerdings lediglich um einen Anteil in Höhe von circa 0,1 Prozent. Dass im eine Milliarde schweren Corona-Kulturfond des Bundes soloselbständige Künstler keine Beachtung bekommen haben, wurde schlichtweg ignoriert.
Künstler haben bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 1488,17 Euro (laut Künstlersozialkasse) kaum Gelegenheit, Rücklagen für Krisenzeiten zu schaffen. Trotz vergleichsweise niedrigem Einkommen leisten gerade sie einen immensen Beitrag zur städtischen Lebensqualität. Jetzt wäre die Solidarität der Stadtgesellschaft gefragt gewesen.
Künstler und Kulturschaffende haben eine besondere Bedeutung für das Leben und die Lebensqualität in den Städten und somit auch in Herne.
Gerade in den Lockdown-Zeiten musste man auf vielfältige künstlerische Aktionen und Veranstaltungen verzichten. Dies hat bei vielen Künstler zu schweren finanziellen Einbußen geführt und diese in ihrer Existenz bedroht. Diese Bedrohung besteht trotz neuer Kulturaktivitäten fort. Entstandene Einbußen können nicht kompensiert werden.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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