Organspende
Frage der Woche: Die Widerspruchslösung ist vom Tisch – richtig so?

Keine Widerspruchslösung: Der Bundestag lehnte den Gesetzesentwurf von Jens Spahn ab. Auch in Zukunft kann nur Organspender sein, wer aktiv zugestimmt hat.
  • Keine Widerspruchslösung: Der Bundestag lehnte den Gesetzesentwurf von Jens Spahn ab. Auch in Zukunft kann nur Organspender sein, wer aktiv zugestimmt hat.
  • hochgeladen von Jens Steinmann

Der Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn ist vom Tisch. Damit wird es nicht zur sogenannten Widerspruchslösung kommen, einen Organspendeausweis muss man also weiterhin auf eigene Initiative beantragen.

Es gibt zu wenige Spenderorgane in Deutschland. Viel zu wenige. Nur wenige Menschen in Deutschland besitzen einen Organspendeausweis. Und nach der jetzigen Gesetzeslage dürfen einem Verstorbenen nur Organe entnommen werden, wenn er dem zuvor ausdrücklich zugestimmt hat. Das haben aber nur wenige Menschen in Deutschland, so dass die BRD im internationalen Vergleich einen der hinteren Plätze bei Organspenden einnimmt. Auf eine Million Einwohner kommen hier nur 10,4 Spender, knapp ein Viertel der Spenderzahl in Spanien. (Mehr Infos)

Höhere Spenderquote in Ländern mit Widerspruchslösung

Gesundheitsminister Spahn wollte dem mit einem Gesetzesentwurf entgegen wirken. Darin war vorgesehen, dass jeder erstmal Spender ist – bis zum Widerspruch. Diese sogenannte Widerspruchslösung ist das unter EU-Ländern am weitesten verbreitete Modell zur Organentnahme und wird unter anderen in Frankreich, Irland, Italien, Österreich und Spanien angewendet. Die Statistiken zeigen, dass die Widerspruchslösung die Spenderquote nachhaltig erhöht.

Bundestag lehnt Entwurf ab

Der Bundestag lehnte den Gesetzesentwurf allerdings ab und entschied sich für eine leichte Änderung der bestehenden Zustimmungsregelung. So wird es in Deutschland auch weiterhin so sein, dass nur diejenigen für eine Organentnahme in Frage kommen, die sich zuvor aktiv für einen Spenderausweis entschieden haben. Anders als vorher sollen jetzt aber Hausärzte in regelmäßigen Abständen dazu ermuntern sich registrieren zu lassen. Auch Bürgerämtern kommt in Zukunft die Aufgabe zu alle zehn Jahre beim Abholen eines neuen Personalausweises für einen Spenderausweis zu werben.

In dieser Woche möchten wir mit euch über eine schwierige ethische Frage sprechen. Wie bei jeder Frage der Woche gibt es hier keine richtigen oder falschen Antworten, bestimmt hat jeder und jede von euch zumindest eine vorläufige Meinung dazu. Wie würdet ihr euch beim Gedanken fühlen automatisch SpenderIn zu sein? Wie bekommen wir den eklatanten Mangel an Spenderorganen in den Griff? Eine schöne Kurzübersicht über pro und contra findet ihr hier.

Mehr zum Thema im Lokalkompass: 
→ Organspende: Wie hätten Sie entschieden?

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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