Die umgarnte Platane
Guerilla-Strick-Aktion des Emschertal-Museums beendet

Die Platane im Innenhof des Schloss Strünkede hat ein Kleid aus Wolle bekommen.
  • Die Platane im Innenhof des Schloss Strünkede hat ein Kleid aus Wolle bekommen.
  • Foto: Thomas Schmidt, Stadt Herne
  • hochgeladen von Petra Zellhofer-Trausch

Die Guerilla-Strick-Aktion des Emschertal-Museums ist beendet. Zumindest die Annahme der gestrickten und gehäkelten Quadrate. Erstes Ergebnis: Die Platane im Innenhof des Schloss Strünkede hat ein Kleid aus Wolle bekommen. Es besteht aus zahlreichen Einzelstücken, die überwiegend Hernerinnen eingesandt hatten. Sie folgten einem Aufruf des Museums im März 2021.

„Das Team vom Emschertal-Museum bedankt sich bei allen Beteiligten herzlich für die Teilnahme“, sagte Kirsten Katharina Büttner, stellvertretende Leiterin des Emschertal-Museums vor der Platane im Schlosshof. Zusammen mit ihren freien Mitarbeiterinnen Silke Wleklik und Gianna Friedhoff hat Büttner die Platane mit den Strickwerken geschmückt. Insgesamt sind 400 Quadrate an der Platane befestigt. Allerdings nicht mit Nägeln, sondern mit einem Band. „Wir haben uns dafür die Genehmigung vom Fachbereich Stadtgrün geholt. Die Platane leidet nicht unter der Aktion, das wurde auch von der Biologischen Station in Herne bestätigt“, sagte Museumspädagogin Silke Wleklik, die sich auch bei der Biologischen Station und beim BUND engagiert. Auch ein weiterer Baum und ein Regenabflussrohr im Schlosshoff haben ein „Kleid“ bekommen. „Wir sind von der Resonanz der Aktion begeistert“, so Büttner weiter. „Es gibt neben schönen Mustern und kreativen Strick-und Häkelvarianten auch einzelne kleine Kunstwerke, sie zeigen Gesichter oder schöne farbige Muster.“

Begeisterung im Schlosspark

Die Idee zu der Aktion hatte Gianna Friedhoff. Sie freut sich über die Reaktionen der Besucher des Schlossparks. „Viele Spaziergänger oder Fahrradfahrer haben uns zugerufen, wie toll sie die Aktion finden, schon während wir die Platane geschmückt haben.“ Das „Kleid“ der Platane umrundet den Stamm und reicht über drei Meter in Richtung Wipfel. Was mit den Strickwerken passiert, wenn sie wieder abgenommen werden, steht noch nicht fest. „Das hängt davon ab, wie sie die Witterung überstehen. Wenn sie gut erhalten bleiben, können daraus Decken gemacht werden. Die würden dann den Gästen bei unseren Open-Air-Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden“, so Büttner

und sagt abschließend: „Das Emschertal-Museum setzt mit dieser Aktion ein positives Zeichen. In diesen Zeiten ermöglichen wir so kontaktlos ein nachhaltiges Gemeinschaftsprojekt. Es zeigt außerdem, dass Kulturschaffende und das Museum auch in diesen schweren Zeiten aktiv und weiter kreativ sind.“

Autor:

Lokalkompass Herne aus Herne

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