BürgerReporter des Monats Oktober
Lokalkompass präsentiert: Friedhelm Tillmanns aus Mülheim a. d. R.

BürgerReporter des Monats Oktober: Friedhelm Tillmanns aus Mülheim.
4Bilder
  • BürgerReporter des Monats Oktober: Friedhelm Tillmanns aus Mülheim.
  • Foto: Tillmanns
  • hochgeladen von Jens Steinmann

Zwar ist Er ist erst seit einem guten halben Jahr BürgerReporter, doch seine mehr als 100 Beiträge und Schnappschüsse zeigen, dass die Lokalkompass-Gemeinschaft einen sehr aktiven und interessierten BürgerReporter dazu gewonnen hat. Hier erfahrt ihr, wie er zum LK kam und worauf sich unsere Abgeordneten einstellen müssten, sollte er je Bundeskanzler werden.

Du bist noch recht neu im Lokalkompass. Wie bist du auf den LK aufmerksam geworden und was war deine Motivation, dich zu registrieren?

Im Frühjahr 2018 hatte ich mit meiner Coverband 54’n’more einen Gig beim MTV-Mülheim, einem Traditionsverein der sein 125-jähriges Bestehen gefeiert hat. Anwesend war auch eine gute, alte Bekannte. Tags drauf erschien ein Bericht über die Veranstaltung im Lokalkompass und erst dadurch erfuhr ich, dass sie Bürgerreporterin beim Lokalkompass war. Kurz vor dem nächsten Auftritt in Mülheim habe ich sie gefragt, ob sie wiederkommt und berichtet. Kommen wollte sie gerne, jedoch berichten konnte sie nicht mehr, weil sie sich, wegen ihr unsympathischer Änderungen, beim Lokalkompass abgemeldet hatte. Sie gab mir den Hinweis, dass ich mich problemlos als Bürgerreporter registrieren und selbst einen Artikel einstellen könne. Gesagt, getan und so hat alles angefangen.

Was sind deine Erwartungen an das Portal und deine Mit-BürgerReporter?
Der Lokalkompass ist für mich eine gute Informationsquelle über lokale Ereignisse und Vorkommnisse. Die vielen engagierten und guten Hobbyfotografen begeistern mich immer wieder. Am Rande erfahre ich noch Wissenswertes über Ausflugziele, Events, Ausstellungen, etc..
Als Fan der gelebten Demokratie vermisse ich mehr kritische und politische Stellungnahmen zu aktuellen oder auch zeitlosen Themen sowie damit verbundene konstruktive Diskussionen (Kommentare). Dazu wäre es allerdings sinnvoll, auch Registrierungen von Lesern zu ermöglichen, die nicht gleich als Bürgerreporter aktiv werden wollen. Eventuell liege ich ja falsch, jedoch betrachte ich den Lokalkompass als Medium für eine breite, interessierte Masse und nicht als Domäne der Bürgerreporter/innen.
Ein Chat-Room für die Bürgerreporter/innen würde die oft als solcher missbrauchten Kommentare aufs Wesentliche reduzieren, zumal Artikel mit übermäßig vielen Chat-Beiträgen als „heiß diskutiert“ markiert werden, was den Nagel keinesfalls auf den Kopf trifft.
Insgesamt gefällt mir die Vielfalt der Berichte und der Schreibstile sowie die im großen Ganzen angenehme Atmosphäre des Portals. Das gilt insbesondere für den hauptsächlich respektvollen und wohlwollenden Umgang untereinander.

Wie bist du bisher in der Gemeinschaft aufgenommen worden?
Da ich noch recht neu bin, habe ich weder einen guten Überblick über die Gemeinschaft noch intensiveren Kontakt. Über die Kommentarfunktion gibt es ab und an einen lockeren, der Funktion entsprechenden, Austausch mit anderen Bürgerreportern.

Bitte beschreibe dich selbst mit fünf Begriffen.
Mich selbst näher zu beschreiben ist mir wegen fehlender Objektivität kaum möglich. Ich habe also dazu mal meine Gattin befragt und bekam nach kurzer Bedenkzeit folgende Antwort: „Fünf Worte sollen es sein? Okay, dann formuliere ich das mal so: „Man muss Dich aushalten können.“ Sie muss es wissen, sie hat eine gefühlte Ewigkeit Erfahrung mit mir.

Mülheim an der Ruhr ist deine Heimat. Was macht die Stadt lebenswert, was läuft nicht so gut?
Als geborener und immer hier lebender Mülheimer, habe ich die Entwicklung der Stadt die letzten Jahrzehnte hautnah miterlebt. Die Stadt war finanziell gesund und die Infrastruktur war für mich als Schüler perfekt. In den Schulen gab es weder räumliche noch personelle Engpässe. Heute sieht das anders aus und keinesfalls besser.
Permanente Geldnot, unverhältnismäßige Steuer- und Abgabenerhöhungen, marode Schulen, überschuldeter und unzeitgemäßer ÖPNV, zahllose Abwanderungen von wirtschaftsstarken Unternehmen, um nur einige Notstände aufzuführen, überschatten die positiven Seiten der Stadt enorm.
Liebenswerte, freundliche Bürger, in einer durch den Fluss attraktiven Stadt, die mit grünen Oasen und einem gewachsenen Waldgebiet gesegnet ist und viele durch Rückschritte und Rückschläge hart geprüfte, emsige und erfolgreiche Unternehmen sowie allen Widerständen trotzenden Unternehmer, halten die Stellung. Vermutlich aus alter Verbundenheit und dem immerwährenden Glauben an Besserung. Hier kennt auf die eine oder andere Weise jeder jeden.

Was ist dein größter Traum, den du dir auf jeden Fall erfüllen möchtest und was war dein bisher größtes Abenteuer?

Als Realist und Generalist hatte ich nie große Träume oder den Bedarf an ein absolutes Abenteuer. Dafür hatte ich stetig neue Ideen und Ziele und die habe ich immer mit Leben gefüllt und hartnäckig verfolgt. Das hat dazu geführt, dass ich auf ein zufriedenes Familienleben, eine spannende Berufslaufbahn, anspruchsvolle Ehrenämter und viele erfüllende Hobbies zurückblicken kann. Wenn es nach mir geht, kann das noch ewig so weitergehen. Vor Allem wünsche ich mir und allen kommenden Generationen, den privilegierten Zustand, der mir glücklicherweise zu Teil wurde, im Frieden geboren zu werden und leben zu können.

Welche Vorbilder hattest du in deiner Kindheit und Jugend? Was bedeuten sie dir heute?
Ich habe eine sehr strenge und gleichzeitig eine Freidenker-Erziehung genossen. Motiviert und inspiriert habe ich mich, so lange ich denken kann, immer selbst. Mentoren hatte ich allerdings einige.
Mein großes Glück, ob Gattin, Tochter, Eltern, Freunde, Eltern eines guten Freundes, Lehrer, Ausbilder oder Chefs, mir wurde im Laufe meines Lebens viel Wohlwollen entgegengebracht und Vertrauen geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar und das hat mich geprägt. Für mich ist ein loyaler Mensch wichtiger als Millionen von „Likes“.
Große, bekannte Vorbilder hatte ich somit nie. Ich habe mich immer an Menschen aus meinem näheren Umfeld orientiert. Von denen habe ich viel Vorbildliches gelernt.

Wenn du vier Jahre lang Bundeskanzler sein könntest -- was wären die Ziele, die du unbedingt erreichen wolltest?
Hätte ich das Amt des Bundeskanzlers inne, müssten sich die Mitarbeiter im Kanzleramt sowie Fraktion und Parlament auf einen untypischen Arbeitsrhythmus und unkonventionelle Methoden einstellen sowie gewohnte Positionen überdenken. Ihr Hauptaugenmerk würde ich, neben den obligatorischen Aufgaben, auf folgende Themen richten:

  • Konsequente Trennung von Amt und Mandat einführen um eine wahrhafte Gewaltentrennung zu erreichen.
  • Unterbinden des Fraktionszwangs, damit jeder Abgeordnete auch definitiv seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgen kann um seinen Auftrag als gewählter Volkvertreter unbelastet erfüllen zu können und nicht den Willen der Partei erfüllen zu müssen.
  • Abschaffung und Verbot jeglicher Form von Nebenjob und Nebenerwerb von Mandats- und Amtsträgern und parallel eine dem Stand und der Verantwortung entsprechende Bezahlung erwirken, die allerdings nicht selbst, sondern von einer unabhängigen Institution festgelegt wird.
  • Einrichtung eines unabhängigen Kontrollgremiums, zur Überwachung der Lobbyisten sowie deren Einflussnahme auf die Amts- und Mandatsträger durch Transparenz und Offenlegung aller Aktivitäten. Dazu eine Berichterstattungspflicht aller Amts- und Mandatsträger über jeden Kontakt sowie Inhalt und Ziel der Kommunikation.
  • Eine breitere und freiere Berichterstattung durch einheitliche und vom Presserat festgelegte Akkreditierungsrichtlinien ohne Einflussnahme oder Einschränkungen durch den Veranstalter.
  • Eine Durchgriffshaftung bei Amtsinhabern und ehemaligen Amtsinhabern ermöglichen, bei denen, im Fall nachweislich fehlerhaften Verhaltens, Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit im Spiel sind, so wie das auch bei Vorständen oder Geschäftsführern der Fall ist.
  • Bei entscheidenden Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Zukunftsgestaltung, mehr politische Beteiligung des Volkes ermöglichen.
  • Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk.

Die Auslotung und Machbarkeit sowie die Umsetzung des Machbaren könnte allerdings mehrere Amtszeiten in Anspruch nehmen.

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

89 folgen diesem Profil

43 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.