Christoph Müller und Julian Graniger begaben sich zwei Wochen lang auf Wanderung in Nepal
Zwei Herner am Mount Everest

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Unsanft setzt das kleine Flugzeug auf der Landebahn in Lukla am Rand des Himalaya-Gebirges auf und leitet sofort eine Vollbremsung ein. Als Christoph Müller (54) und Julian Graniger (31) aussteigen, wissen sie, warum dieser Flugplatz als einer der gefährlichsten der Welt gilt.

Keine 20 Meter weiter endet die ansteigende Landebahn abrupt an einer Böschung. Von Lukla (2860 Meter über dem Meeresspiegel) aus starten sie eine zwölftägige Trekking-Tour zum Fuß des höchsten Bergs der Welt, dem Mount Everest.
Die Idee zu dieser Aktiv-Reise hatte Julian Graniger, der schon viele Länder im fernen Osten besucht hat und sagt: „Ich wollte in Asien mal etwas anderes erleben als nur Tempel und Kloster zu besichtigen.“ Vielmehr wollten die beiden Naturliebhaber die einzigartige Landschaft Nepals zu Fuß erkunden. Zusammen mit einem erfahrenen einheimischen Bergführer und einem Gepäckträger machen sie sich auf den Weg.
Schon nach wenigen Metern ist klar, dass dies kein Spaziergang werden würde, denn die zum großen Teil unbefestigten Wege sind schmal, steil und steinig. Straßen gibt es in diesem unwegsamen Gelände nicht und so müssen sämtliche Transportgüter auf Lasttieren wie Eseln oder Yaks oder eben von Menschen mühsam getragen werden. Dazu muss man absolut schwindelfrei sein, denn der Weg führt über Gratwege und zahlreiche Hängebrücken, die in luftiger Höhe einen reißenden Fluss überspannen.
Bereits am dritten Tag ist in der Ferne der Gipfel des Mount Everest zu erkennen. Dieser Anblick lässt einen ehrfürchtig staunen und schenkt weitere Motivation, das Ziel zu erreichen.
Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, sind in den Orten Namche und Dingboche zwei Tage zur Akklimatisierung vorgesehen. Zusätzlich wird bei beiden Wanderern regelmäßig der Blutdruck sowie der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen, um gegebenenfalls frühzeitig eine Erkrankung zu erkennen. Immerhin führt sie der Weg auf über 5500 Meter Höhe. Christoph Müller dazu: „Wir gingen ständig in der Angst, dass es einen von uns erwischen könnte und wir den Marsch abbrechen müssten.“
Unterwegs treffen sie immer wieder auf einheimische Menschen, die sich überaus freundlich und herzlich nach dem Wohlergehen erkunden und ihnen alles Gute für den weiteren Weg wünschen.
Ebenso werden sie oft über mehrere Kilometer von wilden Hunden begleitet, in der Hoffnung, das eine oder andere Leckerchen abzubekommen. Ansonsten genoss man die Ruhe und Stille, hatte man doch bewusst die Zeit zwischen der Hauptsaison und dem Einsetzen des Monsuns gewählt.
Am achten Tag ihrer strapaziösen Wanderung durch atemberaubende Gebirgslandschaften sind sie am Ziel, dem Base Camp angekommen. Das Everest Base Camp ist das Tor für alle Kletterer, die versuchen, den höchsten Gipfel der Welt zu besteigen. Hier zwischen Gletschern und Geröll gibt es keine Vegetation mehr. Die Temperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt. Eine Erklimmung des Gipfels kam für Müller und Graniger allerdings nie in Frage, da hierfür nochmals zirka vier Wochen Zeit benötigt würden und dies zudem mit erheblichen Gefahren verbunden wäre. Daher traten die Herner Abenteurer nach einiger Zeit des Genießens und der inneren Genugtuung über das Erreichte den Rückweg an.
Nach einem kurzen Aufenthalt in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu verbrachten die beiden Männer noch drei Tage im Nationalpark Chitwan nahe der Grenze zu Indien. Dort begegneten sie bei Temperaturen über 40 Grad unter anderem Bären, Affen, Rhinozerossen und angriffslustigen Krokodilen in freier Wildbahn. Julian Graniger und Christoph Müller mit dem Mount Everest im Hintergrund.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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