Vögel füttern und dabei die verschiedenen Arten kennen lernen

Buntspecht an der Futterstelle des Herner NABU am Haus der Natur.  Foto: Norbert Kilimann
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  • Buntspecht an der Futterstelle des Herner NABU am Haus der Natur. Foto: Norbert Kilimann
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Gleich ein ganzer Schwarm von Schwanzmeisen klammert sich an den Futterspender, spitze Schnäbel hämmern Erdnuss-Stückchen aus dem Gerät, fliegen dann in alle Richtungen davon, als ein Buntspechtweibchen sich an der gleichen Speise laben möchte.

Wer eine Vogelfutterstelle am Haus hat, braucht über Langeweile nicht zu klagen. Zu beobachten gibt es den ganzen Tag über etwas.
„Dies ist ein idealer Ort, die heimische Vogelwelt kennen zu lernen“, sagt Norbert Kilimann, 1. Vorsitzender der Herner Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU). Denn bei den Gefiederten spricht es sich schnell herum, wo der Tisch reichlich gedeckt ist. Sind es anfangs nur die sogenannten Allerweltsarten Kohl- und Blaumeise, Buch-, Grünfink oder Amsel, lassen sich bald auch die rundlichen Gimpel sehen, die nicht nur wegen des leuchtend roten Kleides der Männchen früher Dompfaffen genannt wurden. Dickschnäblige Kernbeisser lassen sich mit ein bisschen Glück beobachten oder die quirligen Erlenzeisige, die in großen Schwärmen vor der nordischen Kälte zu uns fliehen. „116 Stück haben wir vor zwei Jahren im Garten hinter dem Haus der Natur gezählt“, erzählt immer noch begeistert Norbert Kilimann.
Diese Begeisterung springt schnell über auf die Besucher, die zum Beobachten zur Futterstelle an der Vinckestraße kommen. Etliche waren es am Samstag voriger Woche, als Kilimann und seine Mitstreiter zur NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ eingeladen hatten.
Hätte man den Vorsitzenden der Herner Gruppe vor Jahren gefragt, ob die winterliche Vogelfütterung für das Überleben der Tiere überhaupt notwendig sei, hätte er wohl mit nein geantwortet und auf das selbst im Winter vorhandene natürliche Futterangebot hingewiesen.
Heute sieht er das anders. Und steht damit nicht allein. Kein Geringerer als Professor Peter Berthold, einer der führenden Vogelkundler Deutscchlands, plädiert inzwischen sogar für eine ganzjährige Zufütterung. Der Grund: Die Landschaft ist leergeräumt, wo gibt es noch die große Reichhaltigkeit an samentragenden Pflanzen, wo sind Insekten noch in so großer Menge vorhanden, wie die Älteren unter uns es noch aus Kindertagen kennen?
Selbst der Haussperling, dessen Schilpen früher allerorten zu hören war, ist selten geworden.
Berthold, ein international geschätzter Wissenschaftler von Rang, kann seine These mit Untersuchungen belegen. Viele Erfahrungen haben die Biologen in Großbritannien gesammelt, wo schon seit Jahren von vielen Naturfreunden ganzjährig gefüttert wird.
Auch die Herner NABU-Gruppe ist an ihrer Futterstelle hinter dem Haus der Natur dazu übergegangen. Verschiedene Futterspender und Silos in verschiedenen Größen für die unterschiedlichen Futtersorten kommen dort zum Einsatz. „Hier bei uns kann man sich auch Tipps und Anregungen holen“, lädt Norbert Kilimann ein.
Ein breites Nahrungsangebot für die Gefiederten gibt es im Handel, von Sonnenblumenkernen, anderen Sämereien bis hin zu Weichfutter und Meisenknödeln.

Autor:

Rainer Rüsing aus Herne

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