General Blumenthal: Ehemaligen Zechen-Gelände soll Standort für Hochschulforschung, technologische Entwicklung und industrielle Produktion werden
Ambitioniertes Projekt fürs ganze Ruhrgebiet

Mit Fördermitteln aus dem Bundeshaushalt, die für strukturschwache Regionen verwendet werden sollen, könnte das Projekt umgesetzt werden. Skizze: Archwerk Generalplaner/Bochum
  • Mit Fördermitteln aus dem Bundeshaushalt, die für strukturschwache Regionen verwendet werden sollen, könnte das Projekt umgesetzt werden. Skizze: Archwerk Generalplaner/Bochum
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Ein Areal so groß wie 40 Fußballfelder, ein Bahnhof in unmittelbarer Nähe, zwei Autobahnen einen Steinwurf entfernt – das alles im Herzen des Ruhrgebiets. Das Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal ist eine der spannendsten Industriebrachen, die die Region zu bieten hat. Oberbürgermeister Frank Dudda stellte am vergangenen Donnerstag eine erste Projektskizze für das Areal vor.

Von einem ambitionierten Projekt, doch Herne und das Ruhrgebiet seien bereit dafür, erklärte der Bürgermeister. Grund für diesen Optimismus bieten die jüngsten Ansiedlungen von Unternehmen in Herne. Der Schweizer Bahnkonzern Stadler errichtet ein Instandsetzungswerk, mit der Firma Mosolf kehrt die Automobilproduktion zurück ins Ruhrgebiet.
Der nächste Schritt soll jetzt auf dem Blumenthal-Gelände erfolgen. Hochschulforschung, technologische Entwicklung und industrielle Produktion sollen hier zusammengebracht werden. Das über Jahrzehnte durch hohe Mauern abgeschottete Gelände öffnet sich zu den Stadtteilen und wird für Mensch und Natur ökologisch und ökonomisch erschlossen. Wenigstens die Hälfte des 30 Hektar großen Grundstücks wird als Grünfläche geplant.
In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung sowie Umweltschutz und der Bezirksvertretung Eickel legte Professor Wolfgang Krenz vom Büro Archwerk eine Projektskizze für die International Technology World vor. Die Stadt sieht aufgrund verschiedener Förderprogramme gute Chancen für eine Finanzierung und Umsetzung. Die Besonderheit an der Skizze besteht im städtebaulichen Gesamtkonzept, das abschnittsweise umgesetzt werden kann.
Ein wichtiger Baustein für die Finanzierung ist das Strukturstärkungsgesetz, das bereits vom Bundeskabinett verabschiedet ist und im Frühjahr vom Bundestag gemeinsam mit dem Kohleausstiegsgesetz in Gesetzesform gegossen werden soll. Es fördert Kommunen und Regionen, die durch den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung besonders hart getroffen werden.
Außerdem gibt es seit dem 1. Januar ein Fördersystem für strukturschwache Regionen. Die Bundesregierung organisiert die Regionalförderung neu und stellt damit Mittel nach Bedarf und nicht nach Himmelsrichtungen zur Verfügung. Das System umfasst 22 Bundesprogramme aus sechs Bundesministerien. Diese werden exklusiv für Regionen wie das Ruhrgebiet aufgesetzt. Allein für die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur stellen Bund und Länder jährlich 1,2 Milliarden Euro für Investitionen der gewerblichen Wirtschaft und Investitionen in die wirtschaftsnahe Infrastruktur strukturschwacher Regionen bereit. In diese neue Förderkulisse soll das Gelände General Blumenthal eingebettet werden.
Wichtige gestalterische Elemente ist ein Komplex mit Gebäuden für Unternehmen und Instituten, Mensen, Verwaltungen und ein Auditorium. In einem Turm sind unter anderem Kongress- und Co-Working-Flächen, ein Hotel sowie Wohnungen denkbar. Auf einer Breite von rund 40 Metern und einer Länge von rund 600 Metern erstreckt sich außerdem eine Passarelle als drittes Gebäudeelement. Eine weitere Idee ist eine Seilbahn, die das Areal mit dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel verbindet.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

1 Kommentar

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.