Anwältin der Kinder

Bibi Buntstrumpf setzt sich für die Belange der Kinder ein. Wie zum Beispiel auf diesem Bild von 2014: Es ging um ein Konzept für einen Spielplatz.
  • Bibi Buntstrumpf setzt sich für die Belange der Kinder ein. Wie zum Beispiel auf diesem Bild von 2014: Es ging um ein Konzept für einen Spielplatz.
  • Foto: Angelika Thiele
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Seit 25 Jahren setzt sich die Kinder-Anwältin Bibi Buntstrumpf für die Belange von jungen Menschen ein. Ob bei Ärger zuhause oder bei der Gestaltung von Spielplätzen: Buntstrumpf möchte als Stimme der Kinder und Jugendlichen deren Anliegen in die Welt der Erwachsenen transportieren.

Als der Rat der Stadt am 23. Oktober 1990 die Entscheidung zur Errichtung eines Kinderbüros und eines Kinderanwalts traf, sollte es zunächst eine Modell-Maßnahme für zwei Jahre sein. Jetzt ist Kinder-Anwältin Bibi Buntstrumpf seit einem Vierteljahrhundert im Einsatz.

Sie arbeitet mit einzelnen Kindern, aber auch mit Gruppen und in Projekten. Dabei kann es um solche Fragen gehen: Wie gestaltet man Spielplätze so, dass Kinder sie gerne nutzen? Wie muss ein Stadtplan aussehen, damit er gerade Kindern hilft, sich zurecht zu finden? Wie surfen Kinder ohne Risiko im Internet? Buntstrumpf organisiert Spielplatzpaten, bietet Deeskalationstrainings für Kinder an, damit Streitereien nicht ausarten. Sie geht in Schulen und erklärt den Schülern die Kinderrechte oder trainiert mit ihnen ihre Sozialkompetenz.

Hinter dem bunten Namen steckt Nuray Sülü, die vor 15 Jahren die erste Kinder-Anwältin ablöste. Sie ist Pädagogin, Deeskalationstrainerin, Moderatorin und Kinderschutzfachkraft. Für ihre Arbeit hat sie sich speziell weitergebildet unter anderem in Familienberatung. Ihre Arbeit ist nicht so sehr eine juristische, sondern vielmehr eine pädagogische. Wer die Interessen von Kindern vertritt, muss sich vor allem mit der Entwicklung und den Bedürfnissen von ihnen auskennen, arbeitet oft mit Familien, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammen.

Um die Interessen von Kindern einzubringen, kooperiert sie mit Gremien, Vereinen, Verbänden und Medien. Auch das Kinder- und Jugendparlament, die Stadtverwaltung oder der Kinderschutzbund sind Partner. Gemeinsam versuchen sie, die Lebenswelt der jungen Herner zu verbessern.

Aber nicht nur in der Stadt, auch im direkten Umfeld von Kindern tritt Buntstrumpf für deren Interessen ein. Wenn Kinder zuhause oder in der Schule Ärger haben, wenn die Eltern sich trennen oder es Streit in der Nachbarschaft gibt, wenn das Umfeld, in dem sie wohnen, nicht kinderfreundlich ist, dann unterstützt und berät die Kinder-Anwältin. Die wichtigsten Prinzipien sind dabei: Die Kinder sollen teilhaben an der Suche und Umsetzung einer Lösung, sie sollen mitbestimmen können.

Um ihr Angebot den Kindern vorzustellen, besucht Bibi Buntstrumpf regelmäßig Grundschulen und bietet dort ihre Sprechstunde an. Mit Erfolg. Auch der Kinderstadtplan für Herne ist inzwischen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

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