Arbeitslosenquote sinkt auf 12,8 Prozent

Die Zahl der Personen, die im Mai bei der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter arbeitslos gemeldet waren lag bei 9852. Damit zählten die Statistiker sechs Betroffene mehr als noch im Vormonat.

Verglichen mit dem Vorjahr und den Jahren davor zeige sich die Lage auf dem lokalen Arbeitsmarkt trotz des derzeitigen Stillstandes positiv, so die Bewertung von Anja Greiter, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit. Seit 2011 lag die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen im Mai stets im fünfstelligen Bereich. So waren im Mai vergangenen Jahres 500 Personen mehr gemeldet, die ohne Arbeit oder Ausbildung waren. Die Arbeitslosenquote lag in diesem Monat zum zweiten Mal in Folge unter 13 Prozent (12,8%). In aller Regel ist ein Unterschreiten der 13 Prozent-Marke in Herne immer erst in der zweiten Jahreshälfte möglich gewesen.

Es bleibt aber dabei, dass der Wegfall vieler industrieller Stellen im Ruhrgebiet sich immer deutlicher zeigt. Stellenangebote bleiben länger unbesetzt als früher und die Anforderungen der zu besetzenden Positionen passen immer häufiger nicht zu den mitgebrachten Qualifikationen der Arbeitsuchenden. Esther Sondermann, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Herne, sagt: „Wenn wir die strukturelle Arbeitslosigkeit weiter bekämpfen wollen, müssen wir weiter auf Fortbildungen setzen. Wir bieten daher verstärkt Weiterbildungen an, die zu einem Abschluss oder Teilabschluss führen und so die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Bewerber deutlich verbessern. Die Vermittlung vieler Kunden ist deutlich schwieriger geworden. Angebot und Nachfrage sind immer seltener kompatibel. Hinzu kommt die momentan etwas schwächelnde Nachfrage aus der Wirtschaft.“

Die Situation auf dem lokalen Ausbildungsmarkt sei trotz einer leichten Verbesserung nicht zufriedenstellend: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2015 haben sich bis jetzt insgesamt 1405 junge Frauen und Männer in der Agentur für Arbeit auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gemeldet. Demgegenüber stehen bis jetzt 543 gemeldete Ausbildungsstellen im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit zur Verfügung. Verglichen mit dem vergangenen Jahr sind das für den Berichtsmonat 75 Stellen oder 16 Prozent mehr. Mit dem Blick auf die Nachfrage sind das eindeutig zu wenige Angebote.

Bewerben kann man sich aber immer noch. Sondermann richtet sich mit einem Appell an die Jugendlichen: "Wer bis jetzt noch nicht fündig geworden ist, sollte nicht die Flinte ins Korn werfen. Die Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt sind vielfältig. Unsere Berufsberater können weiterhelfen und manchmal ist die zweite Wahl auch die bessere.“

Quelle: Agentur für Arbeit Bochum

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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