Folgen von Corona für den Arbeitsmarkt sind in Herne aktuell noch überschaubar
Die Probleme meistern

Das Bündnis für Arbeit zeigt Wirkung: Stark sei Herne vor allem darin, über das Teilhabechancengesetz Menschen in Arbeit zu bringen. Foto: Nina-Maria Haupt/Stadt Herne
  • Das Bündnis für Arbeit zeigt Wirkung: Stark sei Herne vor allem darin, über das Teilhabechancengesetz Menschen in Arbeit zu bringen. Foto: Nina-Maria Haupt/Stadt Herne
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Trotz Corona geht es weiter: Das Bündnis für Arbeit setzt sich auch in der aktuellen Krise für mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze in Herne ein – und kann sogar gute Nachrichten verkünden.

„Die Situation, die durch Corona in Herne entstanden ist, ist nicht so negativ, wie sie auf den ersten Blick aussieht“, verriet Oberbürgermeister Frank Dudda bei einer Sitzung der Partner aus Wirtschaft, Stadtgesellschaft und Verwaltung. „Bei vielen Ansiedlungen von Unternehmen fehlt noch der letzte Federstrich.“ Dann werde es zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze geben. Trotz der Krise zeigt der Vergleich mit den vorigen Jahren, dass mehr Arbeitsplätze entstanden sind.
Dennoch mache sich die Pandemie auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, erklärte Dieter Groß, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit: Rund 10000 Menschen sind in Herne arbeitslos. Die Quote ist auf 12,7 Prozent gestiegen, allerdings waren im Juli mehr Menschen in Arbeit gekommen als in den Monaten zuvor. Groß. „Das Kurzarbeitergeld trägt uns. Jeder Tag ist wichtig, um Menschen vor dem Jobverlust zu schützen.“ Allerdings sind mehr Menschen, die Arbeitslosengeld I beziehen, länger als ein Jahr arbeitslos. Das liegt daran, dass sie durch die aktuellen Regelungen länger Arbeitslosengeld I bekommen können.
Anders sieht es bei den Jobcentern aus, erläuterte Karl Weiß, Leiter des Jobcenters: „Die Pandemie ist im Arbeitslosengeld II noch gar nicht richtig angekommen. Wir haben wenige Solo-Selbstständige, die Arbeitslosengeld II beantragen, die meisten warten ab. Außerdem bekommen viele Arbeitslose länger Arbeitslosengeld." Das Jobcenter nutzt diese Zeit: "Wir schauen uns jeden Tag an, was wir machen können, um Menschen in Arbeit zu bringen und ihnen Möglichkeiten zu bieten.“ Stark sei Herne vor allem darin, nach dem Teilhabechancengesetz Menschen, die lange keine Arbeit gefunden haben, einen Neustart zu ermöglichen. „Wir sind eine der Städte mit dem höchsten Anteil an Teilnehmern bezogen auf die Anzahl der Arbeitslosen. Viele Menschen sind durch dieses Gesetz dauerhaft in Arbeit gekommen“, so Weiß.
Ein weiterer Baustein ist das Programm „GUT – gemeinsam unterstützend tätig“. Seit April läuft das Programm mit der Caritas und der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft. Es bietet ein Coaching für Familien, die Leistungen des Jobcenters beziehen, aufstockende Leistungen bekommen oder die vom Sozialamt unterstützt werden. Außerdem können Eltern teilnehmen, die Kinderzuschlag bekommen oder Alleinerziehende sowie Eltern mit Behinderungen.
Die Teilnahme ist freiwillig. Die Coaches helfen bei Problemen im Job und in der Familie weiter, ob es nun um die Jobsuche geht oder eine Weiterbildung, ob die Kinder einen Praktikumsplatz suchen oder der Familienalltag weniger anstrengend werden soll. Auf Wunsch helfen die Coaches auch dabei, Leistungen zu beantragen. Dazu vermitteln die Coaches ehrenamtliche Experten, Praktika oder Qualifizierungen, stellen Hilfsangebote vor oder bieten Workshops an, zum Beispiel zu Themen wie Zeitmanagement und Gesundheit.
Auf dem Ausbildungsmarkt hat die Pandemie für Verzögerungen gesorgt. Viele Arbeitgeber haben zunächst die Lage beobachtet, bevor sie Ausbildungsstellen ausgeschrieben haben. Aber auch weniger Jugendliche haben sich bislang für eine Ausbildung beworben. Noch sind mehr Jugendliche unversorgt als in den Vorjahren. Dennoch haben in einer Umfrage die meisten Unternehmen angekündigt, dass sie ihr An-gebot an Ausbildungsplätzen erhalten wollen. Nur 12 der 270 von der Arbeitsagentur befragten Betriebe wollen weniger Stellen anbieten, 43 überlegen noch. Die Industrie- und Handelskammer meldet allerdings schon einen Zuwachs von mehr als 80 Stellen im Vergleich zu den vergangenen Jahren.
Ein Problem ist nach wie vor, Bewerber und Arbeitgeber zusammen zu bringen. Das ist vor allem schwierig, weil Jobmessen und größere Ver-anstaltungen ausfallen mussten. Allerdings starten die Arbeitsagentur und die Kommune mehrere Vermittlungsaktionen. Dazu kommt, so kündigte Dudda an, dass viele neu angesiedelte Unternehmen noch nicht ausbilden, aber damit bald beginnen könnten. Dazu sind noch weitere Plätze im Gesundheitswesen in Aussicht. Einen positiven Effekt könnte auch die Ausbildungsprämie haben, die Betriebe bekommen, wenn sie während der Krise ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar noch mehr anbieten.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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