Feiertage
Frage der Woche: Sollte der 8. Mai ein gesetzlicher Feiertag sein?

Das Reichstagsgebäude nach der Schlacht um Berlin. Für Deutschland endete der zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 mit einer totalen Niederlage. Ein Tag zum Feiern?
  • Das Reichstagsgebäude nach der Schlacht um Berlin. Für Deutschland endete der zweite Weltkrieg am 8. Mai 1945 mit einer totalen Niederlage. Ein Tag zum Feiern?
  • hochgeladen von Jens Steinmann

Heute vor 75 Jahren kapitulierte das Deutsche Reich bedingungslos, der zweite Weltkrieg war damit zumindest für Europa vorbei. Schon seit Jahren gibt es Forderungen, aus dem 8. Mai einen gesetzlichen Feiertag zu machen. 

"Der 8. Mai muss ein Feiertag werden", forderte jetzt die Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in Deutschland, Esther Bejarano. In anderen europäische Staaten, darunter etwa Frankreich, Tschechien und die Slowakei, ist der Tag seit Jahren gesetzlicher Feiertag. Das sei aus mehreren Gründen wichtig, sagen Befürworter. Erstens, weil auch Jahrzehnte nach dem Ende des Wahnsinns die Ideologie der Nationalsozialisten auf fruchtbare Erde fielen. Zweitens, weil der 8. Mai für die Deutschen als der Tag zu ehren sei, dank dessen sie von einem von seinen Nachbarn verhassten und gefürchteten Feind zu einem Partner, gar Verbündeten werden konnten. Drittens, wie Esther Bejarano schreibt: Der Tag gäbe die Möglichkeit, "über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken", also nicht in der Vergangenheit zu bleiben, sondern mit Verantwortung nach vorn zu schauen.

Schäuble: "Nicht zielführend"

Das, so meint zum Beispiel Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, bedeute aber nicht, dass der 8. Mai dringend ein Feiertag sein müsse. Ein Tag zum Feiern, das sei auch nicht zielführend. "Wenn überhaupt, müsste es einen Gedenktag geben. Wir können nur dankbar für das Ende sein und uns schämen für das, was vorher war. Und wir können daraus lernen." AfD-Fraktionschef Alexander Gauland reagierte ebenfalls mit Ablehnung auf den wieder eingebrachten Vorschlag. Der 8. Mai sei deswegen nicht als Feiertag geeignet, da er auch für eine absolute Niederlage sowie den Verlust von großen Teilen Deutschlands stehe. Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte Gaulands Äußerung im Anschluss.

Antrag der Linken abgelehnt

Den jüngsten Antrag der Linken-Fraktion, nach dem der 8. Mai zum Feiertag werden sollte, unterstützten neben den eigenen Abgeordneten nur Mitglieder der Grünen. Somit wird auch in 2020 dem Kriegsende nicht in Form eines Feiertags gedacht. Nur das Land Berlin macht für den diesjährigen Tag eine Ausnahme dieser Regel.

Was meint ihr dazu? Sollte der 8. Mai ein gesetzlicher Feiertag werden? Oder ist das weniger zielführend? Fallen euch weitere Tage ein, die nach eurer Meinung Feiertage sein sollten? Auf welche Feiertage könntet ihr verzichten? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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