NGG fordert Corona-Schutzschirm für 1500 Beschäftigte im Herner Gastgewerbe
Höheres Kurzarbeitergeld?

Mit der Systemgastronomie konnte die Gewerkschaft bereits ein erhöhtes Kurzarbeitergeld vereinbaren.
 Grafik: Fotalia/Nina Sikora
  • Mit der Systemgastronomie konnte die Gewerkschaft bereits ein erhöhtes Kurzarbeitergeld vereinbaren.
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  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Leere Hotels, geschlossene Restaurants: Das Coronavirus trifft in Herne die 160 Betriebe im Gastgewerbe besonders hart und damit auch die rund 1500 Arbeitnehmer der Branche. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. Sie fordert einen Corona-Schutzschirm.

Die meisten Kellner, Köche und Hotelfachangestellten müssen jetzt daheim bleiben. Zwar können sie Kurzarbeitergeld bekommen. Das liegt aber nur bei 60 Prozent (Eltern: 67 Prozent) des ohnehin oft geringen Einkommens. "Für viele Betroffene geht das an die Existenz“, sagt Adnan Kandemir von der NGG für die Region Ruhrgebiet. Die Gewerkschaft ruft deshalb den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dazu auf, per Tarifvertrag eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergelds für die Branche auf den Weg zu bringen.

Dehoga noch nicht zu Gesprächen bereit

Bislang habe der Dehoga dies jedoch abgelehnt, kritisiert Kandemir. „Es kann nicht sein, dass Gastwirte und Hotelbesitzer nach Milliardenhilfen vom Staat rufen, aber auf der anderen Seite ihre Beschäftigten im Regen stehen lassen.“ Ziel müsse sein, die Einbußen für Arbeitnehmer so gering wie möglich zu halten und Arbeitsplätze in der Krise zu sichern. Wie das gehen könne, hätten die Unternehmen in der Systemgastronomie gezeigt. Zusammen mit der NGG hatte sich die Branche auf eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des Nettolohns geeinigt.

Das neue Kurzarbeitergeld wurde im Rekordtempo von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Danach übernimmt die Bundesagentur für Arbeit rückwirkend ab März die Sozialversicherungsbeiträge für Betriebe, in denen mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Außerdem sagte die Bundesregierung betroffenen Firmen großzügige Kredite zu. „Gastronomen und Hoteliers sollten einen Teil der Hilfen für die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes einsetzen. Damit können auch Fachkräfte gehalten werden – die man nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder braucht“, so Kandemir.

Was Beschäftigte jetzt wissen müssen – von der Kinderbetreuung bis zur Lohnfortzahlung – hat die NGG im Netz zusammengefasst.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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