Zurück in die Kita
In Herne beginnt wieder der Regelbetrieb – aber mit Einschränkungen

Ab Montag, 8. Juni, wird es in den Kitas wieder voll. Der eingeschränkte Regelbetrieb startet. Doch zum neuen Kita-Alltag gehören einige Einschränkungen, zum Beispiel unterteilte Außenbereiche wie hier in der Evangelischen Kita Kindervilla in Herne mit Juna (v.l.), Elias-Joel, Mohammed, Erzieherin Daniela Portmann und Levin.
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  • Ab Montag, 8. Juni, wird es in den Kitas wieder voll. Der eingeschränkte Regelbetrieb startet. Doch zum neuen Kita-Alltag gehören einige Einschränkungen, zum Beispiel unterteilte Außenbereiche wie hier in der Evangelischen Kita Kindervilla in Herne mit Juna (v.l.), Elias-Joel, Mohammed, Erzieherin Daniela Portmann und Levin.
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Die Kitas stehen am Montag, 8. Juni, vor einem Neustart. Nach rund drei Monaten, in denen nur Notbetreuung und seit Ende Mai der Besuch durch Vorschulkinder möglich war, können jetzt alle Kinder zurückkehren. Das Wochenblatt hat bei Stadt und Evangelischer Kirche, zwei der örtlichen Kitaträger, nachgefragt, wie der Kita-Alltag nun aussehen wird.

Von Vera Demuth

Die Empfehlungen des NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration und des Landesjugendamtes seien mit den Einrichtungen besprochen worden, erläutert Anja Gladisch von Pressestelle der Stadt Herne. "Durch die sukzessive Erweiterung der Tageseinrichtungen im Rahmen der Notbetreuung konnten sich die Mitarbeiter erproben und die Abläufe optimieren", sieht man sich in den städtischen Kitas gerüstet.
19 städtische Kitas gibt es in Herne, in denen im aktuellen Kindergartenjahr 1.694 Plätze zur Verfügung stehen. Die Kindergartengemeinschaft des Evangelischen Kirchenkreises Herne betreibt 17 Kitas, die von etwa 1.000 Kindern besucht werden. Wie viele Kinder am Montag tatsächlich zurückkehren werden, ist unklar, doch beide Kitaträger rechnen damit, dass es die meisten Kinder sein werden.
Auch in den evangelischen Kitas wird man sich nach den Maßgaben des Ministeriums richten. "Es ist wichtig, den Einrichtungen einen Rahmen mitzugeben", begrüßt Elisabeth Weyen, Geschäftsführerin der Kindergartengemeinschaft, die Auflagen. Dazu zählt zum Beispiel, dass die Mitarbeiter die Gruppen nicht wechseln dürfen, und die Kinder in festen Gruppen betreut werden. Sie dürfen sich nicht mischen; das gilt auch während der Mahlzeiten. "Das dient dazu, dass wir nicht die ganze Kita schließen müssen, wenn sich jemand mit dem Coronavirus infizieren sollte, sondern nur die Gruppe", so Weyen.

Absperrband im Außenbereich

Sowohl in den städtischen Kitas als auch in denen der Kindergartengemeinschaft werden die Gruppen ebenfalls auf dem Außengelände getrennt. In der Evangelischen Kita Kindervilla etwa gibt es die abgetrennten Spielbereiche im Freien schon, seitdem die Vorschulkinder zurück sind. Am Anfang der Notbetreuung kamen fünf Kinder, zuletzt waren es knapp 20, und mit dem eingeschränkten Regelbetrieb ab Montag könnten es wieder 45 sein. "Wir haben die knapp 20 Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt. Bei diesen Gruppen bleibt es, und wir werden sie aufstocken", sagt Leiterin Lena-Marie Brikmann.
Abstand und Hygiene sind in den Kitas ein Thema, aber nur die Hygieneregeln können befolgt werden. "Kinder können keinen Abstand", betont Elisabeth Weyen. "Sie müssen sich knubbeln und zum Beispiel auf dem Bauteppich spielen können." Zudem könne weder bei 20 bis 25 Kindern in Räumen mit 40 Quadratmetern Abstand gehalten werden, noch sei es möglich, mit Abstand Tränen zu trocknen oder eine Windel zu wechseln.

Reinigungs- und Desinfektionsplan

Zum Thema Hygiene teilt Stadtsprecherin Anja Gladisch mit: "Für alle Kindertageseinrichtungen wird ein Rahmen-Hygieneplan umgesetzt, der mit dem örtlichen Gesundheitsamt abgestimmt wurde. Alle Mitarbeiter sind in Bezug auf die Hygieneregeln unterwiesen worden und setzen den Reinigungs- und Desinfektionsplan um." In den evangelischen Kitas sollen beispielsweise Flächen, Tische und Türklinken öfter desinfiziert werden. "Das geht gut", sagt Weyen. Das Spielzeug zu desinfizieren sei dagegen zu aufwändig. In den Kitas der Stadt werde das Angebot an Spielmaterial begrenzt, damit es leichter gereinigt werden könne, so Gladisch.
Genau wie in den Schulen gibt es auch in den Kitas Mitarbeiter, die aufgrund ihres Alters oder einer Vorerkrankung gefährdet sein könnten. Bei den 355 Mitarbeitern in den städtischen Kitas "erfolgen Einzelfallprüfungen, ob und unter welchen Voraussetzungen Mitarbeiter eingesetzt werden können, sofern diese einer Risikogruppe angehören", erläutert Gladisch.

Enge Personaldecke

Vorsichtig optimistisch ist Elisabeth Weyen mit Blick auf den Neustart, aber die Personaldecke bereitet ihr auch Sorge. Etwa 30 Prozent der Mitarbeiter könnten nicht im Dienst mit den Kindern eingesetzt werden, sondern müssten andere Aufgaben übernehmen. Darunter fallen zum Beispiel das Desinfizieren, die Essensvorbereitung und die Bildungsdokumentation. "Das sind zwei bis drei Mitarbeiter pro Kita. Das könnte so gerade hinkommen, dass alle Gruppen mit Mitarbeitern besetzt sind, aber wenn jemand ausfällt, müssten wir die Gruppe schließen", macht Weyen deutlich, dass die von vielen Eltern ersehnte Kita-Normalität noch weit entfernt ist.

Ab Montag, 8. Juni, wird es in den Kitas wieder voll. Der eingeschränkte Regelbetrieb startet. Doch zum neuen Kita-Alltag gehören einige Einschränkungen, zum Beispiel unterteilte Außenbereiche wie hier in der Evangelischen Kita Kindervilla in Herne mit Juna (v.l.), Elias-Joel, Mohammed, Erzieherin Daniela Portmann und Levin.
Ab Montag wird es in der Evangelischen Kita Kinderland – im Bild Elias-Joel (v.l.), Juna, Mohammed und Levin am Hochbeet – wieder voller.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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