Keine verkaufsoffenen Sonntage

Verkaufsoffene Sonntage: Norbert Menzel hofft, dass es sie im kommenden Jahr wieder geben wird.

Verkaufsoffene Sonntage wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Diese Prognose wagt Norbert Menzel, neuer Vorsitzender der Werbegemeinschaft IG City.

Aufgrund der Klage der Gewerkschaft Verdi gegen verkaufsoffene Sonntage musste bereits der zweite in diesem Jahr abgesagt werden. Zur "Kulinarischen Symphonie" werden die Geschäfte am 28. Mai also nicht öffnen. Menzels Prognose: "Die weiteren drei Termine in diesem Jahr wird es wohl auch nicht geben." Wenig Verständnis hat er dafür, dass sich in Einzelfällen sogar Geschäftsleute gegen Ladenöffnungen ausgesprochen haben sollen.

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft IG City wünscht sich eine klare rechtliche Regelung, um für das kommende Jahr wieder verkaufsoffene Sonntag auf den Weg zu bringen. Die Werbegemeinschaft möchte die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz am kommenden Dienstag über das weitere Vorgehen informieren.

Nicht die einzige Herausforderung: Die Zukunft des Robert-Brauner-Platzes will gestaltet werden, der Laden-Mix ließe sich ganz sicher optimieren. Es gebe in der Innenstadt zu viele Bäckereien, jedoch ein zu geringes Angebot an Mode für junge Menschen. Wünschenswert wäre aus Menzels Sicht ein größeres gastronomisches Angebot entlang der Bahnhofstraße. Es fehle ein "Italiener oder Spanier" im Umfeld der Behrensstraße, so seine Einschätzung. Hemmnisse für eine positivere Entwicklung neben der vergleichsweise geringen Kaufkraft in Herne seien möglicherweise auch zu hohe Mieten und nicht zuletzt die Nähe zu Bochum, die durch die U-Bahn-Verbindung noch verstärkt werde. Und dennoch: Das Image der Stadt sei schlechter als die Wirklichkeit.

Und es gibt eindeutig positive Zeichen. Der Wechsel im Rathaus scheint tatsächlich eine Aufbruchstimmung erzeugt zu haben. "Der neue Oberbürgermeister wirbelt doch etwas mehr als seine Vorgänger", lobt Menzel Frank Dudda. "Er hat schon einige Sachen bewegt." Er nennt ausdrücklich die Ansiedlungen von Firmen. Der Autozulieferer Duvenbeck, der Logistiker UPS und weitere Unternehmen investierten in Standorte in der vermeintlich abgehängten Stadt (Bericht der Bundesregierung). Menzel: "Herne mag eine schwierige Stadt sein, aber wenn Sie wirklich hinter einem Projekt stehen, dass funktioniert das auch." Und in Zukunft vielleicht auch wieder die verkaufsoffenen Sonntage.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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