Bauherren müssen in ihren Planungen Flächen für Spielplätze berücksichtigen
Mehr Platz für Kinder

Der Spielplatz an der Werderstraße ist eine der Flächen, die in den vergangenen Monaten modernisiert wurde.
 Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne
  • Der Spielplatz an der Werderstraße ist eine der Flächen, die in den vergangenen Monaten modernisiert wurde.
    Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Mehr Spielplätze für Kleinkinder möchte der Rat der Stadt mit einer neuen Satzung erreichen, die er im Dezember verabschiedet hat. Sie ersetzt eine Satzung aus dem Jahr 2004.

Wer ein Gebäude mit mehr als drei Wohnungen baut, muss einen Spielplatz für Kleinkinder im Alter von bis zu bis sechs Jahren anlegen. Ausgenommen sind Einzimmerwohnungen und Wohnungen, die speziell für ältere Menschen vorgesehen sind.

Die Spielflächen müssen auf dem Grundstück angelegt werden oder direkt daneben, höchstens 100 Meter entfernt und erreichbar ohne eine Straße zu überqueren. Dadurch sollen Kinder gefahrlos zwischen Wohnung und Spielplatz unterwegs sein. Eltern können ihre Kinder außerdem im Blick behalten, wenn sie in der Wohnung sind. „Das ist eine gute Ergänzung zu öffentlichen Spielplätzen“, findet Sarah Gentilini vom Fachbereich Kinder-Jugend-Familie. Die meisten öffentlichen Spielplätze sind für Kinder ab sechs Jahren gestaltet. Kleinkinder haben aber andere Bedürfnisse und müssen mehr von ihren Eltern beaufsichtigt werden.

Die Spielflächen sollen mindestens 40 Quadratmeter groß sein, bei mehr als vier Wohnungen im Gebäude kommen pro Wohnung fünf Quadratmeter dazu. Größere Flächen können auch geteilt werden, jede muss aber mindestens 30 Quadratmeter messen. Ein Teil der Spielfläche muss aus einem Sandkasten oder Erde zum Spielen bestehen. Bei größeren Flächen ab 100 Quadratmetern gehören auch noch eine Sitzmöglichkeit, ein Erdhügel und ein Spielgerät dazu.

Die Eigentümer müssen in Zukunft den Spielplatz so lange pflegen und erhalten, wie Kleinkinder im dazugehörigen Haus leben. Dazu gehört auch, regelmäßig den Sand zu wechseln. Wurden Häuser bereits ohne Spielplatz errichtet, kann verlangt werden, dass nachträglich einer angelegt wird, wenn Kleinkinder im Haus sind, für deren Schutz und Gesundheit eine Spielmöglichkeit auf dem Gelände nötig ist – allerdings nur, wenn das Grundstück auch groß genug dafür ist. Dabei können die Vorgaben auch den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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