Das Bündnis für Arbeit appelliert an Herner Betriebe, die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen
Neue Wege wagen, um Perspektiven zu verbessern

„Das Bündnis für Arbeit ist immer wieder Gegenstand guter Nachrichten“, stellt Frank Dudda fest. „Die Produktion kehrt nach Herne zurück. Es wird Arbeitsplätze für Ingenieure und Arbeiter geben.“ Damit meint der Oberbürgermeister nicht nur die Ansiedlung Tropos Motors Europe, einem Hersteller von elektrischen Nutzfahrzeugen, sondern auch weitere Firmen, die in Herne in den vergangenen Jahren Arbeitsplätze geschaffen haben.
Auch in Sachen Ausbildung hat das Bündnis für Arbeit viel erreicht. „Mittlerweile gibt es viel mehr Chancen in Herne: Wir haben mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche geschaffen“, so Dudda. Auch die scheidende Leiterin der Agentur für Arbeit, Regine Schmalhorst, sieht die Entwicklung in diesem Punkt positiv: „Wir können jungen Menschen deutlich mehr anbieten als noch vor einigen Jahren.“ Bislang seien 854 duale Ausbildungsstellen gemeldet. Dies ist ein Plus von mehr als 100 Stellen. Auch die Anzahl der schulischen Ausbildungsstellen ist mit mehr als 450 gewachsen und damit im Vergleich zum Vorjahr um satte 70 Prozent.
Dennoch: Herne ist noch nicht am Ziel, denn immer noch suchen viele Jugendliche eine Ausbildung und viele Betriebe finden nicht die passenden Nachwuchskräfte. Deswegen betonte Dirk W. Erlhöfer vom Arbeitgeberverband: „Ausbildung ist ein wichtiges Element der Nachwuchssicherung. Ausbildung ist aber mehr, nämlich gesellschaftliche Verantwortung. Wer über Bedarf ausbildet, tut etwas für den Standort Herne.“ Gerade für junge Menschen ist eine abgeschlossene Ausbildung wichtig: „Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit“, erklärt Karl Weiß, Leiter des Jobcenters.
Um den Standort zu stärken und Jugendlichen eine Perspektive zu geben, unterzeichneten die Bündnispartner einen Appell für Ausbildung, den sie an die Betriebe richteten. Mehr als 300 Betriebe in Herne dürfen ausbilden, haben aber derzeit keine Auszubildenden. Das habe sehr unterschiedliche Gründe, so Schmalhorst. Bei einigen Betrieben wären die Ausbilder in Ruhestand gegangen. Andere seien zu klein oder hätten keinen passenden Azubi gefunden.
Für viele dieser Schwierigkeiten bietet das Bündnis für Arbeit Lösungen an. Zum Beispiel können Betriebe gemeinsam ausbilden. Bei der assistierten Ausbildung bekommen alle Beteiligten ein Coaching. Auszubildende können Nachhilfe bekommen oder Betriebe Hilfe bei der Auswahl der passenden Kandidaten.
Auch Schulen können ihren Teil dazu beitragen, Jugendlichen zu einer Chance zu verhelfen, so Dudda. Oft würden junge Menschen nach dem Schulabschluss an die Berufskollegs gehen, um weitere Abschlüsse zu machen. Viele von ihnen strebten aber gar kein Studium an, sondern wären unschlüssig oder unsicher, was sie in der Ausbildung erwartet. Gerade Schulen müssten deutlich machen, dass eine Ausbildung eine gute Alternative zum Studium sei. Betriebe auf der Suche nach Auszubildenden sollten auch Studienabbrecher und Neuzugewanderte in den Blick nehmen. „Viele von ihnen sind hochmotivierte junge Menschen, die es verdient haben, eine Ausbildung zu bekommen“, so Erlhöfer.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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