Ruhrgebiets-Städte im Krieg gegen Wildgänse? Zwischen nervösem Flattern und Aktionismus...
Tierschutzpartei: Kampagne gegen Wildgänse-Abschuss

Fotoquelle: janrye by pixabay, genehmigter Download
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Die Tierschutzpartei NRW - Partei Mensch Umwelt Tierschutz legt nach in ihrem hartnäckigen Kampf gegen den gezielten Beschuss und Abschuss von Wildgänsen sowie tierschutzwidrige Vergrämungsmethoden in den Ruhrgebietsstädten.

"Zur Kommunalwahl 2020 rufen wir landesweit eine Kampagne gegen den Abschuss von Wildgänsen in den Ruhrgebietsstädten aus und fordern alle TierschützerInnen auf, sich an die OberbürgermeisterInnen und BürgermeisterInnen ihrer Städte zu wenden und gegen den Abschuss der Tiere schriftlich zu protestieren," so Sandra Lück, Landesvorsitzende der Tierschutzpartei NRW. Ein Dorn im Auge sind der Tierschutzpartei auch sogenannte Vergrämungsmaßnahmen, soweit diese tierschutzwidrig sind und/oder die Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen und bei artgerechtem Verhalten negativ sanktionieren.

Allein bei Stadt Herne über 1000 Anfragen zum Gänseabschuss durch die Stadt
Der Kampf der Tierschutzpartei gegen den Gänseabschuss und die tierschutzwidrige Politik einiger Ruhrgebietsstädte führte erst aktuell zu einer wahren Flut von Beschwerdebriefen und Auskunftsersuchen von Bürgerinnen und Bürgern nach IFG (Informationsfreiheitsgesetz) und UIG (Umweltinformationsgesetz) NRW an die Stadt Herne. 

Stadt Herne: Bürgeranfragen sind keiner Antwort wert?
Für erhebliche Verärgerung in der Herner Bürgerschaft sowie bei nach der Wildgänsesituation fragenden Bürgerinnen und Bürgern führt nun die Vorgehensweise der Stadt Herne, Bürgeranfragen nach Informationsfreiheitsgesetz nicht etwa individuell wie vorgeschrieben zu beantworten, sondern eine pauschale Veröffentlichung in einem Amtsblatt zum Thema Gänsesituation vorzunehmen. 
"Es ist völlig unerheblich, ob Anfragen sich gleichen oder einen ähnlichen Inhalt haben -  jede Antragstellerin, jeder Antragsteller hat Anspruch darauf, eine individuelle Antwort zu erhalten," erläutert Sandra Lück. Diese hatte selbst eine Anfrage und Beschwerde an die Stadt Herne geschickt und so vom Link zum Amtsblatt als 'Antwort' erfahren. "Die Nennung des Links sollte dann die Antwort sein," so verärgert die Tierschützerin aus Soest.

Offen bleibt: Welche politische Kraft drängt auf den Gänseabschuss?
"In ihrer pauschalen Antwort bleibt die Stadtverwaltung die Beantwortung der häufig gestellten Frage schuldig, welche politische Kraft denn auf den Gänseabschuss in Herne gedrängt habe. Hier werden sich die im Rat der Stadt Herne vertretenen Parteien in den kommenden Monaten nicht um eine klare Positionierung drücken können," betont Elisabeth Maria van Heesch, Generalsekretärin der Tierschutzpartei NRW und Stadträtin in Essen, Ratsgruppe Tierschutzpartei/BAL. Auch in anderen Ruhrgebietsstädten ist die Wildgänsesituation ein Streitpunkt und Thema der politischen Auseinandersetzung. Bereits 2015 hatte die Essener Ratsfrau van Heesch gegen die Bejagung von Wildgänsen in Essen protestiert - seinerzeit mit Erfolg. Aber wie wird es landesweit weitergehen?

Stadt verweist auf Jagdpachtvertrag
Beantwortet werden im Amtsblatt ansonsten die allgemein häufig gestellten Fragen zur Bejagung von Kanada- und Wildgänsen.
Aus der Antwort der Stadt via Amtsblatt: 
"Öffentliche Antwort der Stadt Herne auf die gestellten Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG NRW) und Umweltinformationsgesetz (UIG NRW) im Rahmen der Bejagung der Wild- und Kanadagänse:
In einem Zeitraum von mehr als 10 Jahren wurden von der Stadt Herne unter Beteiligung des BUND Kreisgruppe Herne und der Paasmühle Hattingen e. V. mehrfach Überlegungen zur Vermeidung einer weiteren Verbreitung der Population von Kanada- und Nilgänsen angestellt.
Nachdem sich die bisherigen Maßnahmen, insbesondere die Entwicklung von Rasenflächen zu Langgraswiesen zur Vergrämung der Tiere, der Austausch der Eier zur Bestandsreduzierung, das Aufstellen von Informationstafeln und auch die Appelle an die Bevölkerung im Hinblick auf das Fütterungsverbot in den Medien weitestgehend als erfolglos erwiesen haben, wurde die Bejagung von der Verwaltung in Betracht gezogen und geplant. Dazu sind Entscheidungen bürgerschaftlicher Gremien nicht erforderlich und wurden auch nicht eingeholt.
Zwischenzeitlich wurde aufgrund der vielen Proteste nach Bekanntwerden der ursprünglichen Absicht auf der weiteren Suche nach effizienten und zielgerichteten Lösungsansätzen ein weiterer Beteiligungsprozess mit verschiedenen Naturschutzverbänden in Gang gesetzt, deren eingegangene Lösungsansätze derzeit von einer unabhängigen Bewertungsstelle beurteilt werden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird die Verwaltung die Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen informieren. Das Gänsemanagement der Stadt Herne beruhte in der Vergangenheit in erster Linie auf den bereits oben genannten Maßnahmen. Diese orientierten sich, neben den damaligen Empfehlungen des BUND Kreisgruppe Herne und der Paasmühle Hattingen e. V., weitgehend an den Maßnahmenkatalogen anderer Kommunen.
Die Kosten für den, im oben genannten Zeitraum erbrachten Aufwand beziehungsweise. für die bereits durchgeführten Maßnahmen, lassen sich nachträglich nicht beziffern. Eine intern geplante Anzahl an zu tötenden Tieren existiert nicht. Geplant war der Abschuss einzelner Tiere, um den Bestand zu reduzieren. Kosten für die Bejagung der Tiere entstehen der Stadt Herne aufgrund eines bestehenden Jagdpachtvertrages nicht. Ergänzend bleibt hinzuzufügen, dass es bei der Stadt Herne keine weitere Planung gibt, der Verbreitung anderer invasiver Tierarten durch Bejagung entgegenzutreten."

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch aus Essen

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