Patienten im Marienhospital trainieren mit innovativem Laufband
An die Leine genommen

Rainer Wirth, Elke Bergau (links), Leiterin des Zentrums für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik und Physiotherapeutin Sarina Funke sind mit den Trainingsergebnissen des Patienten zufrieden. Foto: St. Elisabeth-Gruppe
  • Rainer Wirth, Elke Bergau (links), Leiterin des Zentrums für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik und Physiotherapeutin Sarina Funke sind mit den Trainingsergebnissen des Patienten zufrieden. Foto: St. Elisabeth-Gruppe
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Ob übersehene Kante oder ein kurzer Schwindel: Stürze im Alter sind häufig und gehen oft mit Verletzungen wie Knochenbrüchen einher. In der Tagesklinik für Altersmedizin des Marienhospitals wird die Prophylaxe mit besonderen Methoden betrieben.

Eine häufige Folge des Alterns ist, dass sich der Gang verändert. Ursachen sind nachlassende Kraft oder abnehmendes Sehvermögen. Wirth: „Gangstörungen entstehen durch Störungen der Wahrnehmung, Störungen des Gleichgewichts oder der Koordination sowie durch Muskelschwäche und führen zu einem erhöhten Sturzrisiko.“ Bei vielen älteren Menschen erscheint das Gangbild in Routine-Situationen relativ unauffällig. Auf unvorhergesehene Störungen, wie beim Stolpern, können sie jedoch oft nicht ausreichend schnell reagieren.
Als einzige Klinik in Deutschland verwendet das Marienhospital nun ein Perturbationslaufband zur Therapie der Patienten mit Gangstörungen. Das Laufband kann so programmiert werden, dass es für den Patienten unvorhergesehene Bewegungen ausführt, die einem Stolpern gleich kommen. So kann sich das Band beispielsweise nach rechts oder links bewegen, plötzlich stoppen oder eine Rückwärtsbewegung machen. Die Patienten müssen die unvorhergesehenen Bewegungen ausbalancieren und trainieren so die tatsächlich problematische Situation. Zu ihrer Sicherheit befinden sie sich während des Trainings in einem Gurt, sodass ihnen im Falle eines Sturzes nichts passieren kann. Wirth: „Mit dem Laufband trainieren Patienten, die zwar laufen können, aber dabei unsicher sind. Dadurch, dass sie gesichert sind, können sie an ihre Leistungsgrenze gehen.“
Elke Bergau, Leiterin des Zentrums für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik, führt gemeinsam mit ihren Mitarbeitern täglich Übungen mit Patienten durch. Ein typisches Übungsgerät ist zum Beispiel der Stochastische Resonanztrainer (SRT). Dieses Gerät mit zwei beweglichen Fußplatten trainiert die Kraft, das Gleichgewicht und die Koordination des Patienten. Die Patienten stehen auf den Platten und können sich bei Bedarf festhalten. Das neue Laufband hat den Vorteil, dass das Training dynamischer ist, da die unvorhergesehene Bewegung während des Gehens auf den Patienten zukommt. Dies ruft eine Reaktion wie beim Stürzen hervor. Auch ein Festhalten ist nicht möglich, sodass eine Ausgleichsbewegung mit Beinen und Armen nötig ist. Das Laufband simuliert also eine natürliche Situation, wie sie auch im Alltag vorkommen kann.
Studien konnten die Effizienz des Trainings bereits belegen: Bei Patienten, die auf einem Gang-Parcour mit unangekündigten Störungen trainierten, konnte das Risiko für Stürze um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Das Marienhospital ist Vorreiter bei dieser Trainingsmethode und damit auch Referenzzentrum. Das in Israel entwickelte Gerät wird aber nicht nur in der Geriatrie eingesetzt. Weltweit kommt es ebenfalls bei der Rehabilitation von Patienten mit neurologischen sowie orthopädischen Erkrankungen und in der Sportmedizin zum Einsatz.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen