Da Vinci bekämpft Sodbrennen

Jens Peter Hölzen und Stephen Attwood operierten schon gemeinsam mit dem Roboter.

Patienten, die unter Sodbrennen leiden, müssen nicht weiter umstrittene Medikamente einnehmen. Im Marienhospital kommen mit einem Anti-Reflux-Schrittmacher und dem Operationsroboter Da Vinci Xi zwei moderne Geräte zum Einsatz, um die Erkrankung besonders schonend zu behandeln.

Sodbrennen entsteht, weil Magensäure in die Speiseröhre zurückläuft. „Bei gesunden Menschen verhindert dies der Schließmuskel, der den Übergang von der Speiseröhre zum Magen bildet. Ist dessen Mechanismus gestört, dringt die Magensäure in die Speiseröhre ein und verursacht dort Entzündungen sowie ein brennendes Gefühl“, sagt Jens Peter Hölzen, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Der Chirurg bietet verschiedene Operationsverfahren an, die den Betroffenen langfristige Beschwerdefreiheit bieten. Auf diese Weise können die sogenannten Säureblocker vermieden werden. Diese Tabletten reduzieren die Säureproduktion im Magen und schonen so die Speiseröhre. Viele Patienten sprechen jedoch nicht auf diese Medikamente an. Zudem geht die Einnahme mit erheblichen Nebenwirkungen einher, wie beispielsweise einem erhöhten Osteoporose-Risiko und einer erhöhten Sterblichkeit. Daher bieten moderne operative Eingriffe eine sinnvolle Alternative.

Seit dem vergangenen Jahr unterstützt der Operationsroboter Da Vinci Xi das Team der Chirurgischen Klinik. Mit seiner Hilfe kann der Chirurg präzise an der schwer zugänglichen und engen Region rund um die Speiseröhre arbeiten. Dank des Roboters stehen dem Operateur vier flexible Arme und eine Ultra-HD-Laserkamera zur Verfügung. Auch Schmerzen, Blutverlust und Wundinfektionen werden gemindert.

Die Chirurgische Klinik bietet ein bisher einzigartiges operatives Verfahren an. Hierbei handelt es sich um die Implantation eines Anti-Reflux-Schrittmachers mit Hilfe des Operationsroboters. Durch den Einsatz des Schrittmachers bleibt die natürliche Anatomie von Speiseröhre und Magen erhalten. Dank des Roboters ist der Eingriff besonders präzise und sicher.

Es werden zwei Elektroden am unteren Schließmuskel der Speiseröhre angebracht und mit einem Stimulator verbunden. Dieser löst elektrische Impulse aus, die den Schließmuskel der Speiseröhre trainieren. „Wir verändern also anatomisch nichts, sondern fördern die Funktionalität der natürlichen Mechanismen des Körpers. So erlernt der Schließmuskel der Speiseröhre, wie ein gesunder zu funktionieren“, erklärt Hölzen.

Zur Einführung des neuen Verfahrens begrüßten er und seine Mitarbeiter Stephen Attwood von der Durham University in Großbritannien. Schon lange erforscht und entwickelt der erfahrene Mediziner Behandlungsmöglichkeiten von Speiseröhrenerkrankungen, unter anderem auch den Schrittmacher. Bei zwei gemeinsamen Operationen und einem anschließenden Gespräch tauschte er sich mit den Kollegen über die Möglichkeiten der Kombination aus Schrittmacher und Roboter aus.

Ob eine Behandlung mit dem Schrittmacher in Frage kommt, wird für jeden Patienten individuell festgelegt. Daher erfolgt im Vorfeld stets eine sorgfältige Diagnostik. Hölzen erläutert: „Es gibt Indikationen, die eine Behandlung mit dem Schrittmacher ausschließen, zum Beispiel, wenn ein Zwerchfellbruch bei dem Patienten vorliegt. Dann ziehen wir andere Methoden in Betracht.“

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