Assistenzarzt entwickelt moderne Messverfahren und wird dafür ausgezeichnet
Dem Druck standhalten

Maximilian Hogeweg, Assistenzarzt am Marienhospital Herne, forscht im Rahmen seiner Doktorarbeit zu modernen Messverfahren, mittels derer der Bluthochdruck von Patienten exakter und mit geringerem Aufwand ermittelt werden kann.
  • Maximilian Hogeweg, Assistenzarzt am Marienhospital Herne, forscht im Rahmen seiner Doktorarbeit zu modernen Messverfahren, mittels derer der Bluthochdruck von Patienten exakter und mit geringerem Aufwand ermittelt werden kann.
  • Foto: St. Elisabeth-Gruppe
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Um Bluthochdruck zu diagnostizieren, wird beim Arzt standardmäßig der periphere Blutdruck mittels einer Manschette am Oberarm gemessen. Als deutlich aussagekräftiger gilt aber mittlerweile der sogenannte aortale Blutdruck. Dieser kann ebenfalls mit speziellen Geräten direkt am Oberarm gemessen werden.

Die Verlässlichkeit dieses Verfahrens ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht, um die periphere Messung in der gängigen Praxis zu ersetzen. Deshalb untersucht Maximilian Hogeweg, Assistenzarzt der Medizinischen Klinik I des Marienhospitals Herne, gemeinsam mit den Mitarbeitern seiner Abteilung, die Genauigkeit dieser Geräte. Dafür erhielt er von der Deutschen Hochdruckliga bereits zum zweiten Mal einen Forschungspreis.

Je nachdem wie der Blutdruck gemessen wird, können die Werte schwanken. Bei einigen Patienten ist beispielsweise der herkömmliche periphere Blutdruck erhöht, der aortale Blutdruck jedoch nicht. Hogeweg: „Messunterschiede, können beispielsweise dazu führen, dass Patienten behandelt werden, die eigentlich keinen therapiebedürftigen Bluthochdruck haben.“

Der aortale Blutdruck gilt als besonders aussagekräftig. Das Problem: Er wird direkt in der Aorta gemessen. Dafür musste früher eine aufwendige Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Heutzutage gibt es spezielle Geräte, die diesen Wert ohne einen Eingriff schätzen können. Wie exakt diese messen, erforscht Hogeweg im Rahmen seiner Doktorarbeit. „Um den Einfluss des zentralen Blutdrucks auf die Therapie von Patienten weiter zu untersuchen, ist die Genauigkeit dieser Messgeräte entscheidend“, erläutert er. Sein Ziel: Durch präzise gemessene Blutdruckwerte kann zukünftig die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck besser angepasst werden. Dann sei es sogar möglich, Medikationen langfristig zu reduzieren oder sogar abzusetzen. Hogeweg: Die Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Geräte noch weiter verbessert werden müssen, um solche exakten Messwerte zu liefern.“

Die Deutsche Hochdruckliga zeichnete Hogewegs Forschung bereits 2019 mit einem Forschungspreis aus und verlieh diesen nun erneut für die Folgestudie. Prämiert wurde der Preis mit 5000 Euro. Hogeweg: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, da sie unsere Arbeit wertschätzt und uns in dem bestätigt, was wir tun. Sie motiviert uns für die weitere Forschung.“

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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