Im ersten Halbjahr in Herne zehn Windpocken-Fälle
Die Zahl der Infektionen sinkt

Windpocken sind äußerst ansteckend. Daher raten Krankenkassen zur Impfung. Foto: AOK

In Herne ist die Zahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Windpocken-Fälle im ersten Halbjahr 2019 gesunken. Insgesamt wurden zehn Fälle gemeldet, acht weniger als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.

Die Zahlen ermittelte das Robert-Koch-Institut in Berlin. Zwar sinkt die Zahl der Infektionen, doch Windpocken gehören immer noch zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, sagt Jörg Kock, Service-Regionsleiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) für das Ruhrgebiet. Eine Impfung kann natürlich nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte.
Auslöser für Windpocken ist das Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Herpesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auftritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst zehn Tage bis drei Wochen nach der Ansteckung äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Ein bis zwei Tage später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen, anschließend in Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab.
Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen. Vom Arzt verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz. Wie bei allen Virusinfektionen hilft Bettruhe bei der Genesung. Die Windpocken-Erreger verbleiben, wie alle Herpesviren, nach einer durchgemachten Windpockeninfektion im Körper. Sie ruhen sozusagen und können unter besonderen Umständen reaktiviert werden. Dann verursachen sie die Gürtelrose.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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