Bauarbeiter gehören zu Rekord-Pendlern in Herne
Ein verfahrenes Leben

Verfahrene Lebenszeit: Bauleute verbringen oft mehrere Stunden täglich im Auto, um zur Arbeit zu kommen – meist unbezahlt. Jetzt will die Gewerkschaft eine Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen. Foto: IG BAU
  • Verfahrene Lebenszeit: Bauleute verbringen oft mehrere Stunden täglich im Auto, um zur Arbeit zu kommen – meist unbezahlt. Jetzt will die Gewerkschaft eine Entschädigung der Wegezeiten durchsetzen. Foto: IG BAU
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Sie sitzen morgens um 6 Uhr im Auto und sind oft erst abends um 20 Uhr zu Hause: Ein Großteil der rund 2200 Bauarbeiter in Herne nimmt enorme Pendelstrecken in Kauf – ohne die Zeit für die Fahrerei bezahlt zu bekommen.

Auf diesen Missstand weist die Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) hin. „Bauarbeiter zählen zu den Rekord-Pendlern in der Region. Um zur Baustelle zu kommen, haben sie nicht nur besonders weite Wege. Die Einsatzorte ändern sich auch ständig. Darunter leiden Familie, Freunde und Freizeit“, sagt Gabriele Henter, Bezirksvorsitzende der IG BAU für die Region Bochum/Dortmund.
Erstmals soll es nun eine Entschädigung der sogenannten Wegezeiten am Bau geben. Das fordert die Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde, die am 25. Juni in Wiesbaden fortgesetzt wird. Nach einer aktuellen Untersuchung des Pestel-Instituts legen Bauarbeiter in Deutschland im Schnitt 64 Kilometer für die einfache Strecke zur Arbeit zurück. In der repräsentativen Umfrage unter 4800 Beschäftigten gab jeder Vierte an, mehr als eine Stunde zur
Einsatzstelle unterwegs zu sein. Zum Vergleich: Unter allen Arbeitnehmern betrifft das nur fünf Prozent. Henter spricht von verlorener Lebenszeit und fordert Firmen dazu auf, den Einsatz ihrer Mitarbeiter anzuerkennen. „Mobiles Arbeiten gehört natürlich zum Bau dazu. Es wird immer woanders gebaut. Aber dann müssen Bauarbeiter für die Fahrerei immerhin eine Entschädigung bekommen – entweder durch Geld oder Zeit-Guthaben“, so die Gewerkschafterin. Damit könne die Bauwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten. „Berufsstarter überlegen sich dreimal, ob sie in einer Branche anfangen, in der sie mehr Zeit im Bulli als zu Hause verbringen.“

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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