Aktion "Goodbye Elterntaxi" soll Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen
Gefährliche Fürsorge

Rund jedes fünfte Kind wird deutschlandweit von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Dieses Verhalten gefährdet nicht nur andere Schüler, sondern auch den eigenen Nachwuchs.Foto: Thomas Kienzle
  • Rund jedes fünfte Kind wird deutschlandweit von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Dieses Verhalten gefährdet nicht nur andere Schüler, sondern auch den eigenen Nachwuchs.Foto: Thomas Kienzle
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Mit riskanten Fahrmanövern sorgen Elterntaxis allmorgendlich für Chaos, Stau und erhöhte Unfallgefahr vor den Schulen. Dabei bedenken Mütter und Väter, die ihren Nachwuchs bis vor das Klassenzimmer fahren, oft nicht, dass dieses Verhalten auch negative Auswirkungen auf ihr eigenes Kind hat.

Eltern berauben das Kind seiner Selbstständigkeit, da ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr nicht auf dem Autorücksitz erlernt werden kann. Zudem nimmt mit jedem zusätzlichen Fahrzeug das Unfallrisiko vor dem Schultor zu.
Im Rahmen der Aktion "Goodbye Elterntaxi" prüften Ehrenamtliche des Europäischen Automobilclubs (ACE) vor der Grundschule an der Börsinghauser Straße den morgendlichen Verkehr. Das Ergebnis zeigte, dass von insgesamt 120 Schülern am Aktionstag mehr als 35 Prozent mit dem elterlichen Auto gebracht wurden. Somit kreuzten von 7 bis 8 Uhr rund 70 Autos den Schulweg der Kinder. Das bedeutet eine erhöhte Gefährdung sowohl für Fußgänger als auch für den aus den Elterntaxis aussteigenden und hinter den Autotüren schlecht sichtbaren Nachwuchs. Zudem verhielten sich viele Autofahrer nicht regelkonform. Beinahe 36 Prozent der Elterntaxis hielten im Parkverbot oder in der zweiten Reihe.
„Schuld sind oftmals der morgendliche Stress der Eltern, übertriebene Fürsorge und manchmal auch Leichtsinn“, sagt Burkhard Welzel, Vorsitzender des ACE-Kreises. Die aktuelle Zahlen belegen, dass bundesweit nahezu jedes fünfte Kind mit dem elterlichen Fahrzeug zur Schule gefahren wird. Kinder sollten jedoch unterstützt werden, eigenständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Weg zum Unterricht zurückzulegen. Denn nur so lernen sie, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Zugleich können sie Bewegungs- und Koordinationsdefizite abbauen sowie soziale Kontakte pflegen.
Wer seinem Kind möglichst viel abnehmen möchte, beraubt es wichtiger Erfahrungen, Trainingssituationen und letztendlich seinem Sicherheitsgefühl, den Schulweg selbständig meistern zu können. "Entfernungen abschätzen, Geschwindigkeiten einschätzen und Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer vorhersehen sollte, zunächst in Begleitung der Eltern, morgens auf dem Weg zur Schule der erste Lehrstoff noch vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn sein“, appelliert Welzel an die Einsicht der Eltern.
Mit der Aktion „Goodbye Elterntaxi“ will der ACE aufklären und die Unfallgefahren im unmittelbaren Schulumfeld verringern. Schülern soll die Chance gegeben werden, selbständig sicher unterwegs zu sein.
Weitere Informationen:
www.ace.de/aktionen

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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