Das Schweigen der Lärche...
Gemeinsam gegen Werbemüll

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Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung informieren die Umweltberatung der Verbraucherzentrale Herne und die Stadt Herne, Fachbereich Umwelt und Stadtplanung zum Thema Werbemüll.
"Die Stadt Herne sieht diese Aktion nicht nur als einen wirksamen Beitrag zur Vermeidung von Abfällen durch die Sensibilisierung der Verbraucher*innen, sondern auch als einen weiteren Schritt zur Umsetzung der Klimaschutzaktivitäten der Stadt Herne", so der stellv. Leiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtplanung Daniel Wirbals. Es werden hier gleichzeitig mehrere Themenfelder wir Abfallvermeidung, Ressourcenschutz und gesundes Klima angesprochen, die sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Herne wiederfinden. Diese konkrete Maßnahme kann dazu beitragen, dass weniger Bäume für die Papierproduktion gefällt werden, was gleichzeitig heißt, dass diese Bäume weiterhin für eine nachhaltige CO2-Reduktion sorgen und an heißen Tagen vor einer Überhitzung schützen.

Werbebriefe, Postwurfsendungen, Prospekte – Werbung landet häufig im Briefkasten. Nach einer aktuellen Erhebung der Universität Gießen kommen im Jahr schätzungsweise zwischen 1,3 und 1,83 Millionen Tonnen Papier für unadressierte Werbung zusammen – das sind bis zu zehn Prozent des gesamten deutschen Papierkonsums.
In Herne werden für Werbung pro Jahr 1.857 bis 2.650 Bäume benötigt.
Wie Umfragen und Beschwerden bei den Verbraucherzentralen zeigen, sind viele Verbraucher:innen genervt von der Werbeflut, den vollen Briefkästen und kostenlosen Zeitungen, die im Hausflur landen. Oft nicht gewünscht und ungelesen wandern viele bunte Prospekte nach Erhalt direkt in die Altpapiertonnen.
"Der Aufkleber "keine Werbung einwerfen" ist das einfachste, was man dagegen tun kann", so Silke Gerstler von der Verbraucherzentrale Herne. In Städten wie München, Hamburg und Bonn haben mehr als die Hälfte der Haushalte diesen Aufkleber auf dem Briefkasten; im bundesweiten Durchschnitt sind es allerdings erst 28,5 Prozent, in Herne nur 16%. Also noch viel Luft nach oben, einen einfachen und wirksamen Beitrag zur Vermeidung von Abfällen zu leisten. entsprechende Aufkleber gibt es kostenfrei in der Verbraucherzentrale Herne, Freiligrathstraße 12 während der Öffnungszeiten.
Wer auch keine adressierte Werbung und keine kostenlose Zeitung möchte, muss allerdings etwas mehr tun.
Die Verbraucherzentralen begrüßen die Bestrebungen einer gesetzlichen Änderung, denn bisher müssen Verbraucher:innen aktiv Nein zur Werbung sagen, um sich vor Werbemüll zu retten.
Werbeformen: Welche Werbung landet im Briefkasten?
Welche konkreten Schritte Sie gegen unerwünschte Werbung per Post unternehmen können, hängt von der jeweiligen Werbeform ab.

Bei Briefkastenwerbung wird zwischen folgenden Werbeformen unterschieden:
1. Persönlich adressierte Werbesendung: Die Werbung richtet sich eindeutig an Sie, mit Name und Anschrift.
2. Nicht adressierte Werbesendung: Ein identischer Stoß Werbung wird für alle eingeworfen. Beispiel: ein Werbeflyer vom neuen Pizzabäcker um die Ecke.
3. Teiladressierte Werbesendung: Die Werbesendung richtet sich an alle Personen im Haus oder einer Straße (so genannte "Postwurfsendungen" oder "teiladressierte Werbesendungen") Beispiel: "an alle Heimwerker im Haus Hüttenstraße 224".
4. Kostenlose Werbeblätter und Werbebeilagen in Tageszeitungen: Die Werbung steckt in anderen Produkten mit einem redaktionellen Teil. Beispiel: kostenlose Wochenzeitung oder Programmzeitschrift.
5. Werbung politischer Parteien

So wehren Sie sich gegen Werbung im Briefkasten
Grundsätzlich ist es immer ratsam, beim Kontakt mit Firmen so wenig persönliche Informationen preiszugeben wie möglich. Nur so können Sie Werbung im Briefkasten effektiv vorbeugen.
Bekommen Sie jedoch bereits Werbung per Post, können Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen. Beachten Sie dabei jedoch: Abhängig von der Werbeform, reicht der Hinweis "Keine Werbung" nicht für alle Werbeformen aus.
Nähere Informationen unter: https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/vertraege-reklamation/werbung/werbung-im-briefkasten-so-wehren-sie-sich-gegen-werbepost-10418

Woher haben die Absender die Adresse?

Es gibt eine Reihe möglicher Quellen, aus denen die Firmen Ihre Adressdaten erhalten können. Zum Beispiel Ämter wie das Einwohnermeldeamt oder das Kraftfahrtbundesamt, Adressenhändler, öffentliche Telefonverzeichnisse, Austausch innerhalb einer Unternehmensgruppe oder eigene Angaben, z.B. bei Gewinnspielen.
Oft senden Firmen auch nach der Kündigung eines Vertrags an Sie adressierte Werbung. Vorbeugend sollte deshalb schon Ihr Kündigungsschreiben folgenden Satz enthalten: "Ich widerspreche der weiteren Nutzung meiner personenbezogenen Daten zu Werbezwecken."
Wenn Sie erfahren möchten, woher ein Absender Ihre Daten hat, können Sie Auskunft über die Sie betreffenden personenbezogenen Daten verlangen. Zusätzlich können Sie das Löschen der Daten verlangen. Mehr darüber lesen Sie in diesem Text über die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Gesetzesänderung für aktive Zustimmung

Die Verbraucherzentralen begrüßen die Bestrebungen einer gesetzlichen Änderung, denn bisher müssen Verbraucher:innen aktiv Nein zur Werbung sagen, um sich vor Werbemüll zu retten. Der Verein "Letzte Werbung" setzt sich für die gesetzliche Änderung ein.
Ein "Ja, bitte" stärkt Verbraucher:innen in ihren souveränen Entscheidungen und Werbung könnte dadurch genau diejenigen erreichen, die sie auch nutzen. Diese sogenannte Opt-in-Lösung hat z.B. in Amsterdam schon erfolgreich Müll vermieden. Eine Petition zur Unterstützung der gesetzlichen Vorgaben finden Sie auf Change.org.

Autor:

Silke Gerstler aus Herne

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