In Ausbildung

Die Frau von Kai Rosenkranz arbeitet bereits als Tagesmutter. Nun tut er es ihr gleich. 
Foto: Nina-Maria Haupt/Stadt Herne

Kai Rosenkranz absolviert die Qualifizierung zur Tagespflegeperson Die Entscheidung, Tagesvater zu werden und beruflich Kinder unter drei Jahren zu betreuen, sei ihm leicht gefallen, berichtet Kai Rosenkranz. Der 38-Jährige nimmt derzeit als einziger Mann an einer Qualifizierung in Herne teil.

Rosenkranz' Frau arbeitet bereits als Tagesmutter. „Ich habe die Tagespflege vor der Nase und habe gesehen, wie viel Spaß diese Arbeit macht. Für mich war das ein großer Schritt in Richtung Lebensqualität: Ich möchte mehr Zeit mit den wichtigen Dingen verbringen, mit denen ich mich wohlfühle, nämlich Kinder zu begleiten, wie sie sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln“, erklärt Rosenkranz, selbst Vater von drei Kindern. „Die Resonanz auf meine Entscheidung ist sehr positiv. Natürlich gibt es immer wieder Menschen, die das ungewöhnlich finden. Aber die, die mich kennen, wissen schon längst, dass ich gerne mit Kindern arbeite.“
Um als Tagesvater zu arbeiten, muss er 300 Unterrichtsstunden absolvieren, 160 davon, bevor er anfängt, Kinder zu betreuen. 140 Stunden wird er absolvieren, während er die ersten eigenen Tageskinder versorgt. Dabei kann er Fragen stellen und schwierige Situationen mit Kollegen und Experten besprechen. Zur Vorbereitung gehören auch zwei Praktika: 40 Stunden müssen angehende Tageseltern in einer Kindertagesstätte mithelfen und 40 weitere Stunden in einer Kindertagespflege. Erst wenn die Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen wurde, kann bei der Stadt eine Pflegeerlaubnis beantragt werden.
Vorher müssen angehende Tageseltern einen Businessplan und eine Konzeptmappe erstellen, in der sie präsentieren, welche Schwerpunkte sie in ihrer Arbeit setzen. Manche Tageseltern legen besonderen Wert auf Draußensein, andere auf gesundes Essen oder Bewegung. Rosenkranz, der als Medienkomponist unter anderem Musik für Videospiele komponiert hat, möchte mit den Kindern viel Musik machen und Klänge erleben. „Außerdem möchte ich eine Nähe- und Wärmetankstelle sein, damit die Kinder sich wohl und geborgen fühlen und sich so zu starken Persönlichkeiten entwickeln.“
Esther Mattern, Fachberaterin bei den Herner Tageseltern, bestätigt, dass es bei der Auswahl und Qualifizierung der Bewerber viel um die eigenen Kompetenzen, die Persönlichkeit, die innere Haltung und eigenständiges Denken geht. Dabei achten Verein und Stadt auf eine hohe Qualität der Betreuung. „Wir als Fachberatung haben eine große Sorgfaltspflicht den Kleinsten gegenüber“, betont Mattern.
Sie und ihre Kolleginnen führen ausführliche Gespräche mit den Bewerbern, besuchen sie gemeinsam mit dem Fachbereich Kinder-Jugend-Familie zuhause und schauen, ob die Wohnung geeignet ist. So muss jedes Kind ein eigenes Bett und einen eigenen Platz am Esstisch haben. Auch zum Spielen muss genügend Raum bleiben – der natürlich kindersicher gestaltet ist. Bis zu fünf Kinder zugleich darf eine Tagespflegeperson betreuen. Schließt sie sich mit ein bis zwei Kolleginnen zu einer Großtagespflege zusammen, dürfen es bis zu neun sein. Wer eine kleinere Wohnung hat, betreut entsprechend weniger Kinder.
„Die Nachfrage nach Kindertagesbetreuung steigt, der Bedarf ist auf jeden Fall da“, weiß Esther Mattern. Allerdings: „Wir wollen nicht als Notnagel gesehen werden, sondern als adäquates Betreuungsangebot“, denn Tagespflegepersonen haben den Auftrag, Kinder zu betreuen, zu erziehen und ihnen Bildung zu vermitteln, wie die Kindertagesstätten auch.
Weitere Informationen:
www.hernertageseltern

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