Jedes Jahr zur gleichen Zeit...

..., meistens im November, wenn der Herbst in vollem Gange ist und es langsam besinnlich wird, bekomme ist Heißhunger auf Apfelsinen. Dann pule und quetsche ich an ihnen herum, bis mir die Finger schmerzen und mehr Saft auf meiner Kleidung, in meinem Gesicht, in meinen Augen landet, als in meinem Mund, wo er zusammen mit dem Fruchtfleisch eigentlich hingehört.
Neulich bekam ich den Tipp, Apfelsinen vor dem Schälen Wasser zu injizieren, dann würde sich die Schale von der Frucht lösen und ein Schälen wäre dann problemlos möglich.
Also auf in die Apotheke, das Zubehör holen, Spritze und Kanüle. Die Apothekerin, der ich mein Vorhaben erklärte, war interessiert. Ich versprach, ihr vom Ergebnis zu berichten.
Zu Hause angekommen, füllte ich die Spritze mit Leitungswasser, steckte die Kanüle auf und injizierte der wehrlosen Apfelsine gekonnt das Mittel gegen mein Schälproblem.
Gespannt schlitzte ich nun mit einem Messer eine Spalte in die Apfelsinenschale und schälte langsam an meinem Opfer herum. Entweder war meine Apfelsine äußerst wehrhaft, oder aber dieser Tipp war eine Niete. Besser schälen ließ sich meine Apfelsine jedenfalls nicht und auch nicht die fünf anderen Apfelsinenopfer, die ich danach zu Testzwecken missbrauchte. 
Und so schäle und pule ich weiter an meiner Lieblingsfrucht herum, bis mir die Fingerkuppen schmerzen und warte auf den nächsten Tipp.
In diesem Sinne, eine besinnliche Weihnachtszeit.

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