Ambulanter Hospizdienst nimmt Schritt für Schritt die Arbeit wieder auf
Neue Normalität

Die Koordinatorinnen Karola Rehrmann, Karin Leutbecher und Annegret Müller (von links) planen die nächsten Aktivitäten des Hospizdienstes. Vereinsfoto
  • Die Koordinatorinnen Karola Rehrmann, Karin Leutbecher und Annegret Müller (von links) planen die nächsten Aktivitäten des Hospizdienstes. Vereinsfoto
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Behutsame Schritte in eine neue Normalität wagt der Ambulante Hospizdienst. „Unsere Arbeit geht langsam wieder los, zunächst noch eingeschränkt", kündigt Koordinatorin Karola Rehrmann an.

Das Hauptaugenmerk richtet Rehrmann mit ihren Kolleginnen Karin Leutbecher und Annegret Müller auf den Wiederbeginn der ambulanten Begleitung schwerstkranker oder sterbender Menschen. Auch die Themensprechstunden zur Vorsorgeplanung und die Tischgespräche für Angehörige von Menschen mit Demenz können wieder stattfinden, die Trauerspaziergänge werden in Zukunft sogar monatlich angeboten.
In den Corona-Monaten blieb dem Ambulanten Hospizdienst nur das Telefon, um Menschen am Ende ihres Lebens oder ihre Angehörigen zu beraten und zu begleiten. Das soll sich wieder ändern. „Wir nehmen ab sofort wieder Anfragen für Sterbebegleitungen entgegen und vereinbaren Termine für Erstbesuche, um die persönliche Situation der Betroffenen kennenzulernen“, sagt Leutbecher. Auch wenn wegen des Ansteckungsrisikos einige der 60 Ehrenamtlichen noch nicht wieder für Begleitungen zur Verfügung stehen, so sind die Koordinatorinnen doch zuversichtlich, alle Bedarfe decken zu können.
Die Themensprechstunden richten sich an alle, die sich persönlich über Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten informieren möchten. Die nächsten Termine sind am Dienstag, 28. Juli, von 16 bis 18.30 Uhr sowie am folgenden Tag von 10 bis 12 Uhr. Die Einzelgespräche dauern etwa 45 Minuten und finden in den Räumlichkeiten des Hospizdienstes an der Bahnhofstraße 137 statt. Interessierte werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02323/988290 anzumelden, um einen Termin zu vereinbaren.
Ab sofort lädt Müller Angehörige von Menschen mit Demenz wieder zu Tischgesprächen ein. Die Teilnehmerzahl ist allerdings auf fünf Personen begrenzt. Der Gesprächsbedarf über die Erlebnisse und Erfahrungen in Corona-Zeiten sei enorm, es habe sich so vieles aufgestaut, was nun in geschützter, kleiner Runde bearbeitet werden könne.
Dass großer Bedarf besteht, sich auszutauschen, bestätigt auch Rehrmann nach Wiederaufnahme der Trauerspaziergänge am 10. Juni. „In Gesprächen mit Betroffenen haben wir erfahren, wie sehr die Einschränkungen die Trauernden belasten. Deshalb haben wir uns entschlossen, unsere Spaziergänge ab sofort monatlich stattfinden zu lassen, um den Menschen Raum zu geben, das Erlebte in Bewegung und unter freiem Himmel zu verarbeiten." Der Spaziergang dauert etwa eine Stunde. Nächster Termin ist am Mittwoch, 1. Juli. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Akademie Mont-Cenis.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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